Der Bau des Raketen-Schnellboots „Zereh“ ist ein wichtiger Schritt bei der Eigenentwicklung von Kampfschiffen in Iran
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Raketen-Schnellboot „Zereh“
ParsToday– Die Marine der iranische Armee hat in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte auf dem Weg zur militärischen Selbstversorgung und zur Entwicklung einheimischer Schiffstypen, insbesondere von Kampfschiffen, erzielt.
Laut ParsToday wurde das Raketen-Schnellboot „Zereh“ am 13. Januar 2021 im Rahmen einer großangelegten Marineübung der Flotte der Südregion der iranischen Marine im dritten Marinebezirk in Konarak in Dienst gestellt.
Zuvor waren bereits vier Raketenboote der Peykan-Klasse aus dem nationalen Sina-Projekt mit den Namen „Peykan“, „Joshan“, „Derafsh“ und „Separ“ in der Nordflotte im Kaspischen Meer in Dienst gestellt worden. „Zereh” war das erste Schiff dieser Klasse, das in der Südflotte eingesetzt wurde.
Die Schiffe der Peykan-Klasse basieren auf dem französischen Patrouillenboot der La Combattante-Klasse, das vor der Islamischen Revolution von Iran erworben wurde. Abgesehen von der ähnlichen Rumpfkonstruktion und zwei Artilleriesystemen unterscheiden sie sich jedoch grundlegend vom Originalmodell und verfügen über moderne, vollständig in Iran entwickelte Technologien und Ausrüstungen.
Mit seiner hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit stärkt das Raketen-Schnellboot „Zereh“ die Fähigkeit der Marine, die Hoheitsgewässer der Islamischen Republik Iran zu schützen.
Das von Spezialisten der strategischen Marinewerften der iranischen Armee entwickelte und gebaute Schnellboot „Zereh“ ist 47 Meter lang, 7,1 Meter breit und 15 Meter hoch.
Die Schiffe der Peykan-Klasse, zu der auch „Zereh“ gehört, verfügen über eine Besatzung von 31 Personen und eine Verdrängung von 275 bis 300 Tonnen. Vier Motoren mit jeweils 3.500 PS ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten (etwa 65 Kilometer pro Stunde).
Vier Generatoren mit einer Leistung von jeweils 140 Kilowatt versorgen die verschiedenen Systeme an Bord mit elektrischer Energie. Dank wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, einer optimalen Anordnung der Systeme und weiterer technischer Verbesserungen verfügt das Schiff über eine hohe Stabilität, auch bei schwerer See. Es ist für Patrouillenmissionen in Küstengewässern bis zu einer Entfernung von 200 Seemeilen (rund 320 Kilometer) ausgelegt.
Die Hauptbewaffnung besteht aus einer 76-mm-Kanone vom Typ Fajr-27 am Bug. Sie erreicht eine Feuerrate von 120 Schuss pro Minute sowie eine maximale Reichweite von 17 Kilometern gegen Seeziele und 12 bzw. 7 Kilometer gegen Luftziele.
Am Heck ist eine 40-Millimeter-Kanone vom Typ Fath-40 installiert. Sie kann bis zu 300 Schuss pro Minute abgeben und verfügt über eine effektive Reichweite von 4.000 Metern gegen Luftziele, 6.000 Metern gegen See- und Bodenziele sowie eine maximale Reichweite von 12 Kilometern.
In der Schiffsmitte befinden sich zwei Doppelstarter für Marschflugkörper. Mit diesen können sowohl die Noor-Rakete mit einer Reichweite von 120 Kilometern als auch die Ghadir-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern abgefeuert werden. Die Ghadir-Rakete ist mit modernen Radar-, Navigations- und elektronischen Kampfsystemen sowie einem etwa 175 Kilogramm schweren Gefechtskopf ausgestattet und erreicht eine Geschwindigkeit von rund Mach 0,7.
„Zereh“ ist darüber hinaus im Vergleich zu früheren Schiffen dieser Klasse mit moderneren Kommunikations-, Aufklärungs- und elektronischen Kampfsystemen ausgestattet.
In Bezug auf ihre Ausrüstung und technische Details stellt „Zereh“ eine Weiterentwicklung früherer Schiffe dieser Klasse dar. Mehr als 80 Prozent der Systeme und Ausrüstungen wurden modernisiert oder vollständig in Iran entwickelt.
Zu den wichtigsten Verbesserungen zählt ein integriertes, sicheres Kommunikationssystem der neuesten Generation. Es ermöglicht die vollständig verschlüsselte Übertragung von Sprach- und Datensignalen über sämtliche Frequenzbereiche hinweg.
Selbst unter Bedingungen elektronischer Kriegsführung gewährleistet dieses Kommunikationssystem eine sichere Verbindung zu Luft-, Überwasser-, Unterwasser- und Küsteneinheiten.
Im Vergleich zu den zuvor in der Nordflotte eingesetzten Schiffen verfügt „Zereh“ über leistungsstärkere Antriebe sowie modernere Sensor- und Radarsysteme. Das Schiff kann feindliche Oberflächenziele entdecken, identifizieren und bekämpfen sowie bis zu 40 Ziele gleichzeitig verfolgen und vier davon gleichzeitig bekämpfen.
Das vollständig in Iran entwickelte Feuerleitsystem „Samen“ ist hoch widerstandsfähig gegen elektronische Störmaßnahmen. Es kann sowohl aktiv als auch passiv Luft- und Seeziele gleichzeitig erfassen und verfolgen. Zu seinen besonderen Merkmalen gehören neun verschiedene Verfahren zur Abwehr elektronischer Gegenmaßnahmen sowie die Fähigkeit, virtuelle Ziele für Ausbildungszwecke zu generieren.
Insgesamt kommen auf den Schiffen der Peykan-Klasse, einschließlich „Zereh“, mehr als 100 verschiedene Systeme zum Einsatz, von denen 65 zu den Hauptsystemen gehören. Sie repräsentieren den aktuellen Stand der einheimischen Verteidigungstechnologie des Iran.
Dazu zählen elektronische Überwachungs- und Aufklärungssysteme, Einrichtungen für elektronische Kriegführung und Gegenmaßnahmen, elektrooptische Sensoren, Infrarot- und Nachtsichtsysteme, Oberflächenradare, sichere Kommunikationssysteme, integrierte Feuerleitsysteme, digitale Anzeigen, Radar- und Wärmetäuschkörper, Navigations- und Wettersysteme sowie zahlreiche weitere moderne Technologien.