Neue Sorge des Westens: Le Parisien – 600.000 Waffen in der Ukraine verschwunden
-
600.000 Waffen in der Ukraine verschwunden
ParsToday – Eine französische Zeitung berichtet, dass seit Beginn des Krieges zwischen Russland und Ukraine rund 600.000 Waffen in der Ukraine verschwunden sind.
Das Verschwinden Hunderttausender Waffen in der Ukraine hat in westlichen Staaten ernsthafte Besorgnis ausgelöst. Vor allem Kleinwaffen unterliegen nur einer geringen Kontrolle, was das Risiko eines wachsenden Waffenhandels erhöht und langfristig eine erhebliche sicherheitspolitische Herausforderung für Europa nach dem Krieg darstellt. Wie ParsToday berichtet, meldete die französische Tageszeitung Le Parisien, dass seit Ausbruch des Krieges zwischen Moskau und Kiew nahezu 600.000 Waffen in der Ukraine als verschwunden gelten.
In ihrem Bericht geht die Zeitung auf das Abhandenkommen eines Teils der westlichen Waffenlieferungen ein, die seit Beginn des Krieges in die Ukraine geschickt wurden. Die Schweizer Organisation „Global Initiative against Transnational Organized Crime“ schätzt, dass in den vergangenen Jahren Hunderttausende Waffen verloren gegangen oder gestohlen worden sind.
Le Parisien schreibt, dass der Großteil der militärischen Ausrüstung zwar tatsächlich an der Front eingesetzt werde, die unzureichende Nachverfolgung bestimmter Lieferungen – insbesondere von Kleinwaffen – jedoch zunehmende Sorgen unter westlichen Partnern auslöse. Dies gelte umso mehr angesichts der umfassenden finanziellen und militärischen Unterstützung der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten für Kiew.
Weiter heißt es in dem Bericht, dass trotz der Einführung moderner Überwachungs- und Rückverfolgungssysteme seit 2022 sowie strenger Kontrollmechanismen für schwere und besonders kostspielige Waffensysteme Kleinwaffen weiterhin das schwächste Glied im Kontrollsystem darstellen. Gerade sie seien am anfälligsten für den Missbrauch durch kriminelle Netzwerke. Bereits im Januar 2024 räumte das US-Militär ein, nicht in der Lage zu sein, Kleinwaffen im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar wirksam nachzuverfolgen. Ein im Februar veröffentlichter Bericht der US-Generalinspekteure zeigte zudem, dass sich die Nachverfolgung dieser Waffen bislang nicht verbessert hat.
Ein internationaler Bericht warnte darüber hinaus, dass der mit dem Ukraine-Krieg verbundene Waffenhandel zu einem langfristigen Problem werden könnte. Demnach seien die entsprechenden Schmuggelnetzwerke potenziell besser organisiert und weitreichender als jene, die in früheren Konflikten etwa auf dem Balkan oder in Afghanistan beobachtet wurden.
Laut Le Parisien sind politische Experten der Ansicht, dass die größte Gefahr für westliche Staaten nicht zwingend in der aktuellen Phase des Konflikts liegt, sondern vielmehr in der Zeit nach dem Krieg. In dieser Phase könnte die Kontrolle über Waffenströme noch komplexer werden und sich zu einer ernsthaften sicherheitspolitischen Herausforderung für Europa entwickeln.