Prozess gegen "Gruppe Freital" in Dresden begonnen
Dresden (ParsToday/dpa) - Vor dem Oberlandesgericht in Dresden hat am Dienstag der Prozess gegen acht Mitglieder der "Gruppe Freital" begonnen.
7 Männern und 1 Frau im Alter zwischen 19 und 39 Jahren wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.
Insgesamt fünf Sprengstoffanschläge auf Unterkünfte von Asylbewerbern sowie politisch Andersdenkende in Freital und Dresden zwischen Juli und November 2015 wertete Bundesanwalt Hauschild als versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführung von Explosionsverbrechen. Mit ihren Taten habe die Gruppe die Bevölkerung einschüchtern und ein Klima der Angst erzeugen wollen.
Die Gruppe habe "konspirativ agiert". In einem verschlüsselten Chatdienst verwendeten sie der Anklage zufolge eine codierte Sprache. Entscheidungen seien gemeinschaftlich getroffen worden. In dem "Schwarzen Chat" hätten die Angeklagten Anschläge geplant und die Vorbereitung besprochen. Als Rädelsführer benennt die Anklage Timo S. und Patrick F., wobei S. der "Ideen- und Impulsgeber" sei und F. für technische Einzelheiten und eine Rollenverteilung innerhalb der Gruppe zuständig gewesen sein soll.
Für den Prozess sind rund 60 Verhandlungstage bis Ende September angesetzt. Der nächste Verhandlungstermin ist Dienstag, der 14. März.
Im vergangenen Jahr wurden dem Bundesinnenministerium zufolge täglich durchschnittlich zwei Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland verübt.
Der Name "Gruppe Freital" stammt von Freital, einer Kreisstadt acht km von Dresden entfernt.