Die Gefahr iranischer Minen für US-Schiffe
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Die Gefahr iranischer Minen für US-Schiffe
ParsToday- Die Taktik, Minen vor der Küste Irans zu legen, dient nicht nur als Abschreckungsmittel für feindliche Flotten, sondern stellt auch eine große Gefahr für diese dar.
Die iranische Marine hat der milliardenschweren US-Flotte im Persischen Golf mit dem Einsatz moderner Minen eine ernstzunehmende Warnung gegeben. Diese Aktion wird ohne Kampfschiffe und mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt und demonstriert die Fähigkeit Irans, die Handlungsfähigkeit der Flotte des Feindes einzuschränken. In einer detaillierten Analyse hat die Nachrichtenagentur Fars die Macht der iranischen Marine zur Landung amerikanischer Schiffe untersucht.
Vor dem Hintergrund zunehmender militärischer Aktivitäten der USA in Westasien und der verstärkten Marinepräsenz in den südlichen Gewässern Irans deuten einige strategische Einschätzungen darauf hin, dass die Islamische Republik Iran im Falle einer Eskalation militärischer Bedrohungen ihre Optionen zur maritimen Abschreckung aktivieren wird. Diese Optionen sind im Rahmen der Doktrin der asymmetrischen Verteidigung und der Strategie zur „Verwehrung des Zugangs/Verweigerung des Gebiets (A2/AD)” definiert. Ein mögliches Szenario in diesem Zusammenhang ist der Einsatz von Seeminen im Persischen Golf und in der Straße von Hormus. In der militärischen Fachliteratur gilt dies als eines der wirksamsten Mittel, um feindlichen Flotten operative Einschränkungen zu schaffen.
Der Persische Golf; ein ein strategisch wichtiges Gebiet mit hoher Verwundbarkeit
Militärgeografisch gilt der Persische Golf als eines der komplexesten Einsatzgebiete der Welt. Die geringe Wassertiefe, die hohe Dichte des militärischen und kommerziellen Schiffsverkehrs, die wenigen Schifffahrtswege und die strategisch wichtige Straße von Hormus machen diese Region zu einem Gebiet, in dem asymmetrische Abschreckungsstrategien äußerst wirksam sind. Jede Störung der Sicherheit maritimer Kommunikationswege kann dort neben militärischen Konsequenzen auch den globalen Energiemarkt und die internationale maritime Sicherheit beeinträchtigen.
Die Rolle der Minenkriegsführung in der Marinedoktrin Irans
Eine Analyse der Entwicklungen in der Marineverteidigungsstruktur Irans der letzten Jahre zeigt, dass die Minenkriegsführung als wichtiger Bestandteil der Abschreckungsstrategie an Priorität gewonnen hat. Mit dieser Strategie sollen die Einsatzkosten angreifender Streitkräfte erhöht, die Manövrierfähigkeit feindlicher Flotten eingeschränkt und Unsicherheit im Einsatzgebiet erzeugt werden. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Einsatzkosten gegenüber schweren Kampfsystemen und ihrer erheblichen Auswirkungen auf den Schiffsverkehr spielen Seeminen eine Schlüsselrolle in vielen asymmetrischen Verteidigungsdoktrinen.
Im Falle einer Eskalation militärischer Bedrohungen könnte der gezielte Einsatz von Minen in eingeschränkten Schifffahrtsrouten die Flotten des Angreifers vor erhebliche operative Herausforderungen stellen. Die Minenkriegsführung ist ein wichtiger Bestandteil der iranischen Abschreckungsstrategie und zielt darauf ab, die operativen Kosten eines Angreifers zu erhöhen, seine Handlungsfreiheit einzuschränken und Unsicherheit zu erzeugen. Seeminen spielen aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Kosten und hohen Wirksamkeit eine Schlüsselrolle in der asymmetrischen Verteidigung.
Erfahrungen, wie die Beschädigung des US-Öltankers „Bridgeton“ im August 1987 und der US-Fregatte „Samuel B. Roberts“ im April 1988 durch iranische Minen, haben die Effektivität und die globalen Auswirkungen dieses Instruments aufgezeigt.
Entwicklung der Minenverlegetaktiken
Im Rahmen der Übung „Großer Prophet 19” wurde eine neue landgestützte Minenverlegungsmethode demonstriert: Dabei werden Minen mit „Fajr-5”-Raketenwerfern vom Ufer aus ins Meer abgefeuert. Die Stärke dieser Methode liegt im Verzicht auf Kampfschiffe sowie in der hohen Verlegegeschwindigkeit (Hunderte von Minen können in kurzer Zeit verlegt werden).
Operative und strategische Auswirkungen einer möglichen Minenlegung
Dies könnte neben den militärischen Folgen auch zu Störungen im Energietransport, zu erhöhten Transportversicherungskosten und zu Instabilität auf dem globalen Ölmarkt führen. Minenabwehrmaßnahmen sind komplex, zeitaufwändig und kostspielig. Selbst die US-Marine sieht sich bei der Minenräumung im Persischen Golf mit Herausforderungen konfrontiert. Das Ziel Irans besteht darin, mit defensiven Mitteln Konflikte zu verhindern und Abschreckung zu schaffen.
Doktrinwechsel: Minenlegen als aktives Abschreckungsmittel
Diese Analyse zeigt, dass Iran die Seeminenkriegsführung nicht als „letztes Mittel“, sondern als Teil einer kalkulierten Abschreckungsstrategie im Rahmen der A2/AD-Doktrin entwickelt hat. Das oberste Ziel dieser Doktrin ist es, Konflikte zu verhindern, indem die Kosten einer Aggression unannehmbar erhöht werden. Konkret sollen die feindlichen Flotten im Persischen Golf und in der Straße von Hormus operativ eingeschränkt, ihnen die Initiative genommen und sie in eine reaktive Position gebracht werden.