Kampfpanzer Karrar – Ein Symbol für Irans Fortschritte in der modernen Panzertechnologie
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ParsToday – Die Organisation der Verteidigungsindustrie des iranischen Ministeriums für Verteidigung und Unterstützung der Streitkräfte hat in den vergangenen Jahren mit der Entwicklung und Produktion verschiedenster gepanzerter und ungepanzerter Militärfahrzeuge bedeutende Schritte auf dem Weg zur militärischen und rüstungstechnischen Eigenständigkeit unternommen.
(last modified 2026-06-26T11:17:17+00:00 )
Jun 26, 2026 13:16 Europe/Berlin
  • Kampfpanzer Karrar
    Kampfpanzer Karrar

ParsToday – Die Organisation der Verteidigungsindustrie des iranischen Ministeriums für Verteidigung und Unterstützung der Streitkräfte hat in den vergangenen Jahren mit der Entwicklung und Produktion verschiedenster gepanzerter und ungepanzerter Militärfahrzeuge bedeutende Schritte auf dem Weg zur militärischen und rüstungstechnischen Eigenständigkeit unternommen.

Wie ParsToday berichtet, zählt die Entwicklung und Produktion des Kampfpanzers Karrar zu den wichtigsten Errungenschaften in diesem Bereich. Der Karrar ist ein Main Battle Tank (MBT) und gilt als einer der bedeutendsten Fortschritte der iranischen Rüstungsindustrie.

Vorstellung

Der Karrar gilt als der erste moderne, vollständig in Iran entwickelte Kampfpanzer. Er wurde innerhalb von drei Jahren von der Organisation der Verteidigungsindustrie des iranischen Verteidigungsministeriums entwickelt und gebaut. Am 12. März 2017 (22. Esfand 1395) wurde der Panzer offiziell vorgestellt. Gleichzeitig wurde die Produktionslinie in den Bani-Haschem-Panzerwerken in Dorud (Provinz Lorestan) eröffnet.

Nach Einschätzung von Militärexperten stellt der Karrar ein Symbol der Stärke der iranischen Streitkräfte im Bereich der Landkriegsführung dar. Tatsächlich handelt es sich um eine umfassende und sorgfältig entwickelte iranische Modernisierung des russischen T-72, die ihn in mehreren Bereichen sogar an die leistungsstarke und bekannte T-90MS-Familie heranführt.

Technische Eigenschaften

Der Karrar verfügt über einen neuen Motor mit optimierter Konstruktion, dessen Leistung auf 1.000 bis 1.200 PS geschätzt wird. Zudem besteht die Möglichkeit, den bereits serienreifen iranischen Dieselmotor mit 1.300 PS einzusetzen.

Der Panzer ist mit einem computergestützten Feuerleitsystem, elektrooptischen Sensoren, einem Laser-Entfernungsmesser mit einer Reichweite von 10.000 Metern, einem ballistischen Computer sowie der Fähigkeit ausgestattet, sowohl bei Tag als auch bei Nacht stationäre und bewegliche Ziele zu bekämpfen. Darüber hinaus kann er hochpräzise lasergelenkte Flugkörper verschießen.

Im Bereich der Zielerfassung und Optik verfügt der Karrar über ein computergestütztes Feuerleitsystem der dritten Generation. Das Zielsystem des Richtschützen umfasst sowohl das Nachtsichtsystem des T-72 als Sekundärvisier als auch ein von der iranischen Elektronikindustrie entwickeltes Mehrkanal-Zielsystem als Hauptvisier. Dieses System dient auch zur Steuerung der lasergelenkten Tondar-Panzerlenkrakete, die in Iran produziert wird.

Bewaffnung

Der Karrar ist mit der bewährten 125-mm-Glattrohrkanone des T-72 ausgerüstet. Diese ermöglicht den Einsatz eines breiten Spektrums unterschiedlicher Munition gegen verschiedenste Ziele.

Zusätzlich verfügt der Panzer über ein ferngesteuertes Maschinengewehr, das vom Inneren des Fahrzeugs aus bedient werden kann. Das von SAIran entwickelte Waffenmodul besitzt ein eigenes optisches Ziel- und Beobachtungssystem.

Derartige ferngesteuerte Waffenstationen gehören heute zu den wichtigsten Modernisierungen moderner Kampfpanzer und gepanzerter Fahrzeuge. Sie ermöglichen eine 360-Grad-Rundumabdeckung und den wirksamen Einsatz gegen Infanterie sowie leicht gepanzerte Ziele.

Besonderheiten

Im Inneren des Karrar befinden sich mehrere Displays zur Beobachtung der Umgebung sowie zur Zielerfassung bei Tag, Nacht und unter allen Wetterbedingungen. Hinzu kommen digitale Anzeigen für Navigation und Fahrzeugstatus. Diese Systeme entlasten die Besatzung erheblich und erleichtern den Kampfeinsatz.

Die Konstruktion des Turms und dessen Schutzpanzerung erinnern stark an den T-90MS. Der Turm ist nahezu vollständig mit einer neuen Verbundpanzerung ummantelt, während die Seiten durch zusätzliche Schutzmodule verstärkt wurden. Auch an den Seiten und am Heck des Fahrzeugs wurden zusätzliche Panzerungselemente sowie Käfigpanzerungen angebracht, die insbesondere gegen Panzerabwehrwaffen wie die RPG-7 wirksam sein sollen.

Zu den Schutzsystemen gehört außerdem ein in Iran entwickeltes Laserwarnsystem, das die Besatzung vor Laserzielmarkierungen feindlicher Waffen oder Entfernungsmesser warnt und automatisch Nebelgranaten zur Verschleierung des Fahrzeugs auslösen kann.

Darüber hinaus verfügt der Karrar über spezielle Beschichtungen zur Verringerung seiner Wärmeabstrahlung, wodurch er für Wärmebildsensoren schwerer zu erkennen ist. Dies erhöht seine Überlebensfähigkeit gegenüber modernen Panzerabwehrwaffen erheblich.

Der Panzer kann schwieriges Gelände, Gräben, Flüsse und felsige Regionen überwinden und ist zudem zum Unterwasserfahren ausgelegt. Er besitzt eine hohe Geländegängigkeit, auch in steilem Gelände.

Zur weiteren Ausstattung gehören ein Navigationssystem mit Fahreranzeige sowie ein automatisiertes System zur Bedienung des Maschinengewehrs aus dem geschützten Kampfraum heraus.

Im Bereich des Schutzes verfügt der Karrar über eine widerstandsfähige Panzerung gegen unterschiedliche Panzerabwehrwaffen. Ergänzt wird diese durch Mehrspektral-Tarnung, moderne Kommunikationssysteme, ein digitales Gefechtsfeldmanagement sowie Fähigkeiten zur Abwehr elektronischer Kriegführung.

Technische Daten

  • Gewicht: 51 Tonnen
  • Länge: 7,0 m (Wanne), 9,5 m (mit Kanone)
  • Breite: 3,7 m
  • Höhe: 2,3 m
  • Besatzung: 3 Personen (Kommandant, Fahrer und Richtschütze)