Zulfaqar-3 – Ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung des einheimischen Kampfpanzers Irans
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Zulfaqar-3
ParsToday – Kampfpanzer gehören seit dem Ende des Ersten Weltkriegs zu den wichtigsten gepanzerten Waffensystemen und spielen bis heute eine entscheidende Rolle in unterschiedlichen Konflikten. Insbesondere in konventionellen Bodenoperationen zählen sie zu den wirkungsvollsten militärischen Ausrüstungen.
Wie ParsToday berichtet, setzte die Islamische Republik Iran nach dem achtjährigen auferlegten Krieg angesichts internationaler Sanktionen und des Bedarfs an einer Modernisierung ihrer Streitkräfte verstärkt auf die Eigenentwicklung ihrer Rüstungsindustrie. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörte die Einrichtung von Forschungszentren und Organisationen für technologische Selbstversorgung innerhalb der Teilstreitkräfte der Armee, des Verteidigungsministeriums und der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC).
Die Organisation für Forschung und Selbstversorgung der Bodentruppen der iranischen Armee ist für die Modernisierung und Optimierung der von den Landstreitkräften eingesetzten Ausrüstung verantwortlich. Nach der Genehmigung neuer Konzepte werden diese im Schahid-Zarharan-Zentrum für Modernisierung praktisch umgesetzt.
Eines der bedeutendsten Projekte dieser Organisation war die Entwicklung der Panzerfamilie Zulfaqar. Zunächst entstand der Zulfaqar-1, anschließend der Versuchspanzer Zulfaqar-2 und schließlich der Kampfpanzer Zulfaqar-3, der als endgültige und weiterentwickelte Version für die Serienproduktion vorgesehen war.
Die Modelle Zulfaqar-2 und Zulfaqar-3 weisen äußerlich eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem amerikanischen M1 Abrams auf. Die fünfeckige Turmkonstruktion und der Verzicht auf reaktive Panzerung (ERA), wie sie beispielsweise beim T-72 verwendet wird, lassen darauf schließen, dass der Zulfaqar über moderne Verbund- beziehungsweise Kompositpanzerung verfügt.
Technische Daten
Die modernisierte Version des Zulfaqar-3 wurde am 4. Februar 2013 (16. Bahman 1391) offiziell vorgestellt. Das präsentierte Modell verfügt unter anderem über ein neues Feuerleitsystem, das Schüsse während der Fahrt ermöglicht.
Der Zulfaqar-3 ist das Ergebnis von nahezu zwei Jahrzehnten Entwicklungsarbeit der Selbstversorgungsorganisation der Bodentruppen und hat dazu beigetragen, dass Iran nach eigenen Angaben als einziges Land der Region über eine eigenständige Technologie zur Herstellung moderner Kampfpanzer verfügt.
Der Panzer weist gegenüber dem T-72S, der derzeit als Hauptkampfpanzer der iranischen Streitkräfte gilt, mehrere Verbesserungen auf. Die auffälligsten Veränderungen betreffen den Turm und die Wanne.
Während der Zulfaqar-1 in seinem Aufbau dem amerikanischen M60 ähnelte und sogar vergleichbare Ketten verwendete, wurde die Wanne des Zulfaqar-3 umfassend überarbeitet. Dazu gehören eine stärkere Heckpanzerung sowie Veränderungen an der Turmpanzerung.
Auch die Frontpanzerung wurde neu gestaltet. Im Gegensatz zur früheren Ähnlichkeit mit dem M60 verläuft der obere Bereich nun nahezu gerade auf Höhe des Fahrerblickfeldes. Diese Änderungen dienten sowohl der Einführung neuer Technologien in die iranische Panzerproduktion als auch einer verbesserten Widerstandsfähigkeit gegenüber modernen Panzerabwehrwaffen, die zunehmend präziser und leistungsfähiger werden. Der Zulfaqar soll deshalb über eine stärkere Panzerung und hochwertigere Legierungen verfügen.
Angetrieben wird der Zulfaqar-3 von einem Dieselmotor mit 1.000 PS, der auf befestigten Straßen eine Höchstgeschwindigkeit von 72 km/h ermöglicht.
Die Besatzung wurde von vier auf drei Soldaten reduziert und besteht aus Kommandant, Fahrer und Richtschütze.
Als Hauptbewaffnung dient eine leistungsstarke 125-mm-Glattrohrkanone, vergleichbar mit der des T-72.
Besondere Merkmale
Der Zulfaqar-3 wurde insbesondere im Bereich des Feuerleitsystems und des Antriebs umfassend modernisiert. Seine leicht veränderten Abmessungen verbessern zugleich die Beweglichkeit des Fahrzeugs.
Zu seinen Fähigkeiten gehört außerdem das Durchqueren von Gewässern mit einer Tiefe von bis zu 1,60 Metern, wodurch seine Einsatzmöglichkeiten im Gefecht erweitert werden.
Das Feuerleitsystem EFCS3, hergestellt von der slowenischen Rüstungsindustrie und auch in anderen iranischen Kampfpanzern wie Mobarez und Samsam eingesetzt, ermöglicht unter anderem:
- Stabilisierung der Kanone während der Fahrt und bei verschiedenen Fahrmanövern,
- Bekämpfung stationärer und beweglicher Ziele sowohl im Stand als auch während der Fahrt,
- Übermittlung von Zielinformationen an den ballistischen Rechner zur Berechnung der optimalen Schussparameter,
- Vernetzung mit Nachtsichtsystemen,
- sowie eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit bereits mit dem ersten Schuss.
Zum Eigenschutz verfügt der Zulfaqar-3 über verschiedene Schutzsysteme. Dazu gehören sogenannte Thermal-Tarnnetze, die nach iranischen Angaben die Infrarotsignatur des Fahrzeugs reduzieren.
Darüber hinaus ist der Panzer mit einem vollständigen ABC-Schutzsystem (atomar, biologisch, chemisch), Nebelmittelwurfanlagen sowie Laser-Entfernungsmessern ausgestattet.
Das ABC-Schutzsystem erkennt mithilfe entsprechender Sensoren chemische, biologische oder nukleare Gefahrenstoffe in der Umgebung und reinigt die Luft im Inneren des Kampfpanzers, sodass gefährliche Stoffe nicht in den Mannschaftsraum eindringen können.
Die Nebelmittelwurfanlagen dienen dazu, den Panzer optisch zu verschleiern oder die Zielerfassung lasergelenkter Waffen zu stören.
Der Laser-Entfernungsmesser bestimmt durch Aussenden von Laserimpulsen die exakte Distanz zum Ziel und verbessert dadurch die Zielgenauigkeit.
Eine weitere Besonderheit des Zulfaqar-3 ist ein 360-Grad-Kamerasystem, mit dem die gesamte Umgebung des Fahrzeugs kontinuierlich überwacht werden kann.