Das geschützte Fahrzeug „Yuz“ – Ein weiterer Schritt zum Schutz der Verteidiger Irans
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Das geschützte Fahrzeug „Yuz“
ParsToday – Die iranische Verteidigungsindustrie hat in den vergangenen vier Jahrzehnten, insbesondere nach dem achtjährigen auferlegten Krieg, einen bedeutenden Wandel bei der Entwicklung und Herstellung militärischer Ausrüstung vollzogen und das Land weitgehend von ausländischen Rüstungsgütern unabhängig gemacht.
Nach Angaben von ParsToday hat die iranische Verteidigungsindustrie insbesondere im Bereich gepanzerter Mannschaftstransporter und geschützter Militärfahrzeuge erhebliche Fortschritte erzielt. Durch gezielte Investitionen und den Einsatz einheimischen Know-hows konnten zahlreiche einsatzfähige Fahrzeuge entwickelt werden, die heute eine wichtige Rolle bei der Landesverteidigung und der Sicherung der Grenzen spielen. Sie dienen vor allem dem Schutz von Soldaten, Grenzschutzkräften und Polizeieinheiten bei Einsätzen gegen bewaffnete Gruppen und Terroristen.
Angesichts der Aktivitäten terroristischer Gruppierungen sowie potenzieller Bedrohungen an einigen Grenzabschnitten bestand in Iran seit Jahren die Notwendigkeit, unterschiedlich geschützte Fahrzeuge für den Transport von Militär-, Polizei- und Grenzschutzeinheiten zu entwickeln. Aus diesem Bedarf entstand unter anderem das geschützte Fahrzeug Yuz.
Das Fahrzeug wurde entwickelt, um den Schutz der Besatzung gegen verschiedene Bedrohungen zu erhöhen und gleichzeitig militärische Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Vorgestellt wurde der Yuz erstmals auf der Fachmesse IPAS 2014. Er basiert auf der Plattform des Toyota Land Cruiser 4500 und wird sowohl mit Benzin- als auch mit Dieselmotor angeboten. Zudem kann er mit verschiedenen leichten bis mittelschweren Waffensystemen ausgerüstet werden.
Überblick
Der geschützte Yuz wurde speziell für die Grenzschutzeinheiten der iranischen Polizei entwickelt. Seine Panzerung bietet Schutz gegen Geschosse aus Handfeuerwaffen bis zum Kaliber 7,62 Millimeter mit Bleikernmunition, wie sie beispielsweise vom G3-Gewehr verschossen wird.
Das Leergewicht beträgt rund 2.700 Kilogramm, während eine Nutzlast von bis zu 1.000 Kilogramm transportiert werden kann. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 4,2-Liter-Motor mit einer Leistung von 129 PS bei 3.800 Umdrehungen pro Minute. Zwei Kraftstofftanks mit jeweils 90 Litern ermöglichen eine hohe Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 105 Kilometern pro Stunde.
Mit einer Länge von 5,35 Metern, einer Breite von 2,03 Metern und einer Höhe von 2,11 Metern kann der Yuz auch mit einem C-130-Transportflugzeug verlegt werden. Die verstärkte Hinterradaufhängung erlaubt den Einsatz pannensicherer Reifen.
Die Karosserie ist als geschlossene Sicherheitszelle mit möglichst wenigen Schweißnähten konstruiert. Die Fenster bestehen aus mindestens vier Schichten Polycarbonat und verhindern bei Beschuss oder Explosionen das Splittern des Glases sowie das Eindringen von Geschossen und Splittern in den Innenraum.
Auf dem Dach befindet sich ein gepanzerter Drehturm mit Sichtfenstern, auf dem verschiedene leichte Maschinengewehre oder ferngesteuerte Waffensysteme installiert werden können. Das Fahrzeug bietet Platz für sieben Soldaten plus Fahrer.
Der Yuz wird bislang nur in begrenzter Stückzahl produziert und hauptsächlich von den Grenzschutzeinheiten eingesetzt. Bei einer weiterentwickelten Version mit höherem Schutzniveau könnte er künftig auch von den Bodentruppen der iranischen Armee sowie den Islamischen Revolutionsgarden genutzt werden.
Technische Merkmale
Je nach Einsatzanforderung kann der Yuz mit GPS, Front- und Rückfahrkameras sowie Nachtsichtsystemen ausgestattet werden.
Die Panzerung besteht aus 4 bis 5 Millimeter starken Stahlplatten sowie einer inneren Splitterschutzschicht (Spall Liner). Der ballistische Schutz entspricht maximal Schutzstufe III nach dem Standard NIJ 0101.03 und schützt gegen 7,62-Millimeter-Bleikernmunition.
Das Fahrzeug verfügt über sieben Schießöffnungen – sechs an den Seiten und eine im Heck –, sodass die Besatzung geschützten Feuerkampf aus dem Fahrzeug heraus führen kann.
Darüber hinaus besitzt der Yuz einen verstärkten Unterboden aus einer durchgehenden Schutzplatte, die Schutz gegen Antipersonenminen sowie gegen leichtere Fahrzeugminen bietet und so die Überlebensfähigkeit der Insassen erhöht.
Entwicklungspotenzial
Bei den ersten Serienfahrzeugen wurde die Verarbeitungsqualität teilweise kritisiert, wobei spätere Versionen in diesem Bereich verbessert wurden. Als weiterer Entwicklungsbedarf gilt das Schutzniveau. Angesichts heutiger Bedrohungen sollte der Yuz mindestens STANAG-4569-Schutzstufe 2 erreichen, die Schutz gegen panzerbrechende 7,62-Millimeter-Munition bietet.
Zudem wird die Entwicklung weiterer Varianten – etwa eines gepanzerten Doppelkabinen-Pick-ups für Grenzschutz- und Spezialaufgaben – als sinnvoll angesehen.
Insgesamt gilt der Yuz als wichtiger Schritt beim Ausbau der iranischen geschützten Fahrzeugflotte, dessen Konzept durch leistungsfähigere und besser geschützte Nachfolgemodelle weiterentwickelt werden kann.