Die unterirdischen Wasserzisternen von Qazvin sind Denkmäler altiranischer Ingenieurskunst
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ParsToday- Qazvin besaß einst ein bemerkenswert dichtes Netz von mehr als einhundert Ab Anbars, von denen heute nur noch wenige intakt erhalten sind. Dazu zählt Sardar-e Bozorg, der als Irans größte erhaltene Ab-Anbar mit einer einzigen Kuppel gilt.
(last modified 2026-09-13T05:27:10+00:00 )
Sep 12, 2026 08:35 Europe/Berlin
  • Die unterirdischen Wasserzisternen von Qazvin sind Denkmäler altiranischer Ingenieurskunst
    Die unterirdischen Wasserzisternen von Qazvin sind Denkmäler altiranischer Ingenieurskunst

ParsToday- Qazvin besaß einst ein bemerkenswert dichtes Netz von mehr als einhundert Ab Anbars, von denen heute nur noch wenige intakt erhalten sind. Dazu zählt Sardar-e Bozorg, der als Irans größte erhaltene Ab-Anbar mit einer einzigen Kuppel gilt.

Diese Ab Anbars verkörpern über Generationen angesammeltes Wissen in den Bereichen Wasserbau, Baustatik, Materialwissenschaft und Umweltplanung.

Qazvin ist für die Erforschung dieser Bauwerke von besonderer Bedeutung. Historische Berichte legen nahe, dass ihre Zahl einst fast oder sogar mehr als hundert betrug. Heute sind nur noch wenige intakt erhalten.

Zu den bekanntesten zählen die Zisternen Sardar-e Bozorg, Sardar-e Kuchak, Haj Kazem und Hakim sowie die Ab-Anbars an der Jameh-Moschee und am Zabaneh-Basar.
 

Eingangstreppe von Ab Anbar Sardar-e Bozorg

Unterirdische Architektur der Wasserspeicherung

Das technische Herzstück eines Ab Anbar war sein Wasserreservoir, das normalerweise unterirdisch angelegt und von einem massiven Ziegelgewölbe oder einer Kuppel überdacht wurde.

Die unterirdische Lage bot mehrere Vorteile: Sie schützte das Wasser vor direkter Sonneneinstrahlung, verringerte den Einfluss extremer Außentemperaturen und sorgte durch das umgebende Erdreich für zusätzliche thermische Stabilität.

Die Zisternen waren häufig Teil größerer hydraulischer Systeme, darunter Qanate und Kanäle, die Wasser in die unterirdischen Speicher leiteten.

Ihre Form variierte je nach örtlichen Gegebenheiten und architektonischen Anforderungen. Beispiele aus Qazvin weisen sowohl kreisförmige als auch quadratische Grundrisse auf.

Vermessene Beispiele zeigen Kuppeln mit einer Höhe von etwa 7,5 bis 9 Metern und einer Breite von 9 bis 14 Metern. Computermodelle wurden zudem eingesetzt, um das thermische Verhalten verschiedener Bauformen zu vergleichen.

Saruj, Ziegel und die Technologie der Abdichtung

Die bemerkenswerte Langlebigkeit der Ab Anbars von Qazvin beruhte auf dem Zusammenspiel von Mauerwerk, Abdichtung und unterirdischer Konstruktion.

Ziegel waren das wichtigste Baumaterial, insbesondere für Gewölbe und Kuppeln. Für die Abdichtung wurde in großem Umfang ein traditioneller wasserdichter Mörtel namens Saruj verwendet.

Dieser Spezialmörtel enthielt unter anderem Sand, Ton, Kalk, Asche, Ziegenhaar und Eiweiß. Die Zusammensetzung konnte je nach Standort und klimatischen Bedingungen angepasst werden.

Die Wände der Zisternen mussten nicht nur der Feuchtigkeit standhalten, sondern auch dem hydrostatischen Druck des gespeicherten Wassers und dem seitlichen Druck des umgebenden Erdreichs.

Wasser, Luft und die Logik der passiven Kühlung

Auch die Verbindung zwischen der Zisterne und der Atmosphäre spielte eine wichtige Rolle. Einige iranische Ab Anbars verfügten über Windtürme, die eine natürliche Luftzirkulation ermöglichten und damit zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beitrugen.