Die Kharraqan-Zwillingstürme in Qazvin – Meisterwerke seldschukischer Backsteinarchitektur
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Die Kharraqan-Zwillingstürme in Qazvin – Meisterwerke seldschukischer Backsteinarchitektur
ParsToday- Die beiden Kharraqan-Türme in der Provinz Qazvin zählen zu den bedeutendsten erhaltenen Bauwerken der seldschukischen Architektur im Iran. Das fast tausend Jahre alte Ensemble gilt als herausragendes Beispiel für die Verbindung von Geometrie, kunstvollem Ziegelmauerwerk und innovativer Baukunst.
Die beiden Grabtürme stehen nur rund 29 Meter voneinander entfernt, etwa einen Kilometer vom Dorf Hesar-e Vali Asr im Kreis Avaj und rund 32 Kilometer von der Straße Qazvin-Hamadan entfernt.
Der östliche, ältere Turm wurde 1068 n. Chr. errichtet, der westliche folgte 25 Jahre später im Jahr 1093. Trotz Erdbeben, des Verlusts der ursprünglichen Außenkuppeln und des fast tausendjährigen Bestehens haben beide Türme ihre architektonische Schönheit weitgehend bewahrt.
Achteckiger Grundriss und Doppelschalenkuppeln
Eine der wichtigsten Besonderheiten der Kharraqan-Türme sind ihre Doppelschalenkuppeln, die zu den frühesten bekannten Beispielen dieser Bauweise im Iran zählen. Während der östliche Turm über zwei Wendeltreppen verfügt, besitzt der westliche nur eine.
Beide Türme haben einen achteckigen Grundriss und jeweils einen Eingang. Die inneren Kuppeln sind bis heute erhalten, während die äußeren Kuppeln eingestürzt sind.
Auch die Proportionen der Bauwerke zeugen von einem ausgeprägten Verständnis für geometrische Harmonie. Der östliche Turm war ursprünglich etwa 18 Meter hoch, der westliche rund 19,5 Meter. Trotz des Höhenunterschieds weisen beide nahezu identische Grundmaße auf.
Die Kharraqan-Türme gelten damit als eindrucksvolle Zeugnisse der technischen Raffinesse und des künstlerischen Könnens iranischer Baumeister im 11. Jahrhundert.
Geometrie der Harmonie
Die Proportionen der Kharraqan-Türme zeugen von einem ausgeprägten Verständnis für geometrische und numerische Harmonie, das tief in den iranischen Bautraditionen verwurzelt ist.
Professionelle Messungen zeigen, dass der östliche Turm ursprünglich etwa 18 Meter hoch war. Seine achteckige Außenfläche misst rund 6 Meter, die Innenfläche etwa 4 Meter. Der westliche Turm ist mit knapp 19,5 Metern etwa eineinhalb Meter höher, weist jedoch nahezu dieselben horizontalen Grundmaße auf.
Auch die Proportionen der Türme folgen einem bemerkenswerten System: Das Verhältnis von Kuppelhöhe zu Körperhöhe beträgt 1:2, das Verhältnis von Körperhöhe zu Gesamthöhe 2:3. Die Forscher erkennen zudem ein übergeordnetes Verhältnis von 1:2:3.
Diese Proportionen verleihen den Bauwerken eine besondere visuelle Harmonie. Unklar bleibt allerdings, ob sie bewusst als formales geometrisches System geplant wurden oder sich aus traditionellen Baumaßen und empirischer Erfahrung entwickelten.