Das ikonische „Maqbarat al-Shu'ara“ von Tabriz – Wo Jahrhunderte persischer Literaturgeschichte weiterleben
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ParsToday- In der Nacht des 18. September 1988 wurde der Leichnam des 82-jährigen Dichters Seyyed Mohammad-Hossein Behjat Tabrizi, bekannt als Shahryar, aus einem Teheraner Krankenhaus in seine Heimatstadt Tabriz überführt.
(last modified 2026-09-22T04:42:34+00:00 )
Sep 21, 2026 06:27 Europe/Berlin
  • Das ikonische „Maqbarat al-Shu'ara“ von Tabriz – Wo Jahrhunderte persischer Literaturgeschichte weiterleben
    Das ikonische „Maqbarat al-Shu'ara“ von Tabriz – Wo Jahrhunderte persischer Literaturgeschichte weiterleben

ParsToday- In der Nacht des 18. September 1988 wurde der Leichnam des 82-jährigen Dichters Seyyed Mohammad-Hossein Behjat Tabrizi, bekannt als Shahryar, aus einem Teheraner Krankenhaus in seine Heimatstadt Tabriz überführt.

Shahryar wurde an dem Ort beigesetzt, den er sich als letzte Ruhestätte gewünscht hatte: im „Maqbarat al-Shu'ara“, dem Mausoleum der Dichter. Dort sollen seit fast acht Jahrhunderten rund 400 Dichter, Mystiker, Gelehrte und Sufis begraben sein. Damit gilt der Ort als einer der bedeutendsten historischen Friedhöfe Irans.

Was heute dort zu sehen ist

Über Steinstufen gelangt man in eine große zentrale Halle, die von kleineren Räumen umgeben ist. An den Wänden stehen Verse von Dichtern, die unter dem Bauwerk begraben liegen. Kalligrafien und historische Fotografien lassen das Innere wie die Seiten eines aufgeschlagenen Buches erscheinen.

Die markante Konstruktion aus einem rund 30 Meter hohen Stahlgerüst und vorgefertigten Paneelen ist zu einem der bekanntesten modernen Wahrzeichen von Tabriz geworden. Hinter der Haupthalle befinden sich unter anderem eine Buchhandlung, Kunsthandwerksstände und Verwaltungsräume. Das Mausoleum ist damit nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein lebendiger Kulturort.

Das heutige Bauwerk ist weniger als fünfzig Jahre alt. Der Boden darunter blickt jedoch auf rund acht Jahrhunderte Geschichte, mehrere schwere Erdbeben und die Plünderung Tabriz' durch die Osmanen zurück.

Maqbarat al-Shu'ara, das Mausoleum der Dichter

Shams Tabrizi ist nicht hier begraben

Obwohl sein Name eng mit Tabriz verbunden ist, befindet sich das Grab von Shams Tabrizi, dem Gefährten von Maulana Rumi, nicht im „Maqbarat al-Shu'ara“. Shams wurde um 1185 in Tabriz geboren und starb um 1248 in Khoy, etwa 150 Kilometer nordwestlich der Stadt. Viele Historiker halten das dortige Grab für authentisch. Auch in Konya befindet sich ein Kenotaph, das im Mevlevi-Orden verehrt wird.

Warum der Ort bis heute wichtig ist

Die Angaben zur Zahl der dort bestatteten Menschen reichen von etwa 320 bis über 400. Die Unsicherheit hängt unter anderem mit dem Verlust zahlreicher Gräber und Inschriften bei den Erdbeben von 1779 und 1780 zusammen. Forscher entdecken und katalogisieren weiterhin bislang unbekannte Gräber.

Shahryar war zudem nicht der letzte Dichter, der dort beigesetzt wurde. Der Dichter Mahmoud Melmasi wurde 1991 und der Schriftsteller Aziz Dowlatabadi 2009 dort bestattet.

Eine Innenansicht von Maqbarat al-Shu'ara

Die genaue Zahl der dort ruhenden Persönlichkeiten bleibt daher bis heute ungeklärt. Sicher ist jedoch: Das „Maqbarat al-Shu'ara“ bewahrt ein einzigartiges Stück der persischen Literatur- und Kulturgeschichte.