Al-Kahdimi: Irak braucht keine US-Truppen mehr
Bagdad (ParsToday) - Der Irak braucht laut dem Ministerpräsidenten des Landes Mustafa al-Kahdimi keine US-Truppen mehr.
Das Ziel der strategischen Gespräche zwischen Washington und Bagdad sei auch die Überprüfung der Beziehungen zwischen den beiden Seiten, sagte der irakische Ministerpräsident der saudischen Zeitung Al-Sharq Al-Awsat am Freitag.
Der Irak habe den Krieg gegen den IS erlebt und es bestehe keine Notwendigkeit für die Präsenz der US-Truppen, fügte al-Kahdimi hinzu.
"Was nach dem Jahr 2003 entstanden ist, sind das Misstrauen, das durch das bestehende fragile politische System geschaffen wurde, der Ethnienkrieg und die Ungleichheit zwischen den Völkern, deren Ergebnisse die Vertreibung und Flucht der Iraker waren", erklärte der irakische Ministerpräsident.
Badr al-Zayadi, Mitglied des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments enthüllte auch die Schwerpunkte der neuen Runde der strategischen Gespräche zwischen Bagdad und Washington, die am 7. April beginnen soll. Geplant sind ihm zufolge Gespräche über die politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen.
Heute verfüge der Irak über fähige Sicherheitskräfte, die die Grenzen des Landes ohne Hilfe der zusätzlichen Kräfte verteidigen könnten, hob al-Zayadi hervor.
Das irakische Parlament verabschiedete am 5. Januar 2020 einen Gesetzentwurf, der die Ausweisung aller von den USA angeführten ausländischen Streitkräfte aus diesem Land forderte. Der Entschluss kam zwei Tage nach der Ermordung des Kommandeurs der Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden General Qassem Soleimani und des Vizekommandeurs der irakischen Volksmobilisierungskräfte (Haschd al-Schaabi) Abu Mahdi al-Muhandis bei einem US-Terroranschlag.
Es wird geschätzt, dass sich derzeit rund 2.500 US-Militärs im Irak befinden.