Israelische Streitkräfte überfallen Ramallah und verwunden fast ein Dutzend Palästinenser
Ramallah - Israelische Streitkräfte haben einen Angriff auf die Stadt Ramallah im von Tel Aviv besetzten Westjordanland durchgeführt und dabei mindestens zehn Palästinenser verletzt.
Die Soldaten hatten am frühen Donnerstag die Stadt, die als Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde dient, zum Ziel genommen und ihre Bewohner sowohl mit scharfen Patronen als auch mit gummibeschichteten Stahlgeschossen angegriffen.
Unter Berufung auf einen Zeugen sagte Reuters, „ein großer Militärkonvoi“ sei in der Innenstadt von Ramallah angekommen und habe Hunderte Palästinenser dazu veranlasst, sich in der Gegend zu versammeln.
„Einige junge Palästinenser warfen Steine auf die israelischen Streitkräfte, die scharfe Kugeln, Blendgranaten und Tränengas auf die Menge abfeuerten“, fügte die Agentur hinzu. Palästinenser blockierten auch Straßen, indem sie Müllcontainer in Brand steckten.
Medizinischen Quellen zufolge wurden sechs Palästinenser durch die Gummigeschosse der Streitkräfte und vier durch scharfes Feuer der Soldaten verletzt.
Das israelische Militär gab als Grund für den Überfall die Zerstörung des Hauses eines Verdächtigen an, der angeblich an einer Widerstandsoperation in der heiligen besetzten Stadt al-Quds im vergangenen November beteiligt war.
Nach Angaben des Besatzungsregimes kam es bei der Operation zu einer Explosion improvisierter Sprengkörper, die an zwei Bushaltestellen angebracht waren.
Die erste Explosion ereignete sich in der Nähe des zentralen Busbahnhofs in der Nähe des Haupteingangs von al-Quds, während sich kurz darauf eine zweite Explosion an der Ramot-Kreuzung, einem weiteren Eingang zur israelisch besetzten Stadt, ereignete.
Nach Angaben von Tel Aviv seien bei den Explosionen zwei Menschen ums Leben gekommen, 14 weitere seien verletzt worden.
Damals sagte der Mediensprecher der palästinensischen Widerstandsbewegung Islamischer Dschihad, Tarek Ezz El-Din, dass die Entwicklung im Kontext einer natürlichen Reaktion auf die israelische Besatzung und ihren Terror und ihre kriminellen Praktiken gegen das wehrlose palästinensische Volk stattgefunden habe.
Nach Angaben des palästinensischen Informationsministeriums sind seit Jahresbeginn mindestens 158 Palästinenser an den Folgen der Gewalt des Regimes in den besetzten Gebieten und im von Tel Aviv blockierten Gazastreifen gestorben.