Iraks Außenministerium bestellt schwedische Botschafterin in Bagdad ein
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Bagdad (ParsToday/alalam) – Aus Protest gegen die Koranschändung in Schweden hat das irakische Außenministerium die schwedische Botschafterin in Bagdad vorgeladen.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Jun 30, 2023 13:30 Europe/Berlin
  • Iraks Außenministerium bestellt schwedische Botschafterin in Bagdad ein

Bagdad (ParsToday/alalam) – Aus Protest gegen die Koranschändung in Schweden hat das irakische Außenministerium die schwedische Botschafterin in Bagdad vorgeladen.

Ahmed Al-Sahaf, der Sprecher des irakischen Außenministeriums, gab an, die schwedische Botschafterin in Bagdad sei ins Außenministerium einbestellt worden. Al-Sahaf fügte hinzu: „Das irakische Außenministerium hat die schwedische Botschafterin darüber informiert, dass das Land starke Einwände gegen das Vorgehen der schwedischen Regierung erhebt, Extremisten die Erlaubnis zu erteilen, den Heiligen Koran in Stockholm zu schänden und zu verbrennen. “

Das Außenministerium in Bagdad forderte zudem die schwedische Regierung auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um wiederholte Beleidigungen des Heiligen Korans zu stoppen, und betonte, dass gesetzliche Erlaubnisse und Redefreiheit keine Rechtfertigung für die Beleidigung religiöser Heiligkeiten seien.

Demonstranten protestierten am Donnerstagnachmittag vor der schwedischen Botschaft in der Hauptstadt Bagdad mit erhobenen Koranbüchern. Das berichtet die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA. Zudem stürmte die aufgebrachte Menschenmenge die schwedische Botschaft.

Die erneute Koranschändung in Schweden hat bei Muslimen weltweit Empörung ausgelöst. Die Arabische Liga forderte, "islamfeindlichen Ideen" entgegenzutreten. Der türkische Staatschef Erdogan kündigte an, "entschlossen reagieren" zu wollen.

Auch Iran hat darauf scharf reagiert. In Abwesenheit des schwedischen Botschafters wurde der Geschäftsträger dieses Landes ins Außenministerium in Teheran einbestellt. Der Geschäftsträger der schwedischen Botschaft in Teheran wurde vom Generaldirektor für Westeuropa in Abwesenheit des Botschafters des Landes in das Außenministerium einbestellt.

Der für Westeuropa zuständige Generaldirektor im Außenministerium der Islamischen Republik Iran verurteilte dabei die jüngste Beleidigung der wichtigsten islamischen Heiligtümer und bezeichnete das Schweigen und passive Verhalten der schwedischen Regierung als einen Faktor zur Ermutigung von Verstößen gegen eines der grundlegenden und offensichtlichen Prinzipien der Menschenrechte, nämlich das Prinzip der Achtung religiöser Werte.

Salwan Momika, ein nach Schweden geflüchteter Iraker, hatte am Mittwoch, dem ersten Tag des islamischen Opferfestes Eid al-Adha, in Stockholm vor etwa hundert Schaulustigen und Journalisten vor der Großen Moschee mehrmals auf den Koran eingetreten und dabei die schwedische Fahne geschwenkt. Die Polizei ermittelt bereits gegen Momika wegen „Hetze gegen eine ethnische Gruppe“. Der 37-jährige hatte zuvor die Genehmigung der schwedischen Behörden für seine Protestaktion erhalten.