UN-Generalsekretär: Humanitäre Lage in Gaza ist katastrophal
Teheran/New York (ParsToday/Press TV) - Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die humanitäre Lage im Gazastreifen als „katastrophal“ bezeichnet und die Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands und einer Deeskalation der Spannungen in dem belagerten Gebiet betont.
Guterres machte diese Bemerkung am späten Freitag bei einem Telefongespräch mit dem iranischen Außenminister Hossein Amir-Abdollahian, als die beiden die jüngsten Entwicklungen in Gaza und das Veto der Vereinigten Staaten gegen den Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat besprachen.
13 des 15-köpfigen Gremiums stimmten für die Vorlage, nur die USA stimmte und Großbritannien enthielt sich der Stimme. Er Entwurf sah einen sofortigen humanitären Waffenstillstand in Gaza vor.
Guterres verwies auf die Aktivierung von Artikel 99 der Charta der Vereinten Nationen, die seit 1989 nicht mehr stattgefunden habe, und sagte, die Maßnahme sei aufgrund der komplizierten Situation in Gaza und in ganz Palästina ergriffen worden.
„Der oben genannte Prozess wurde in Gang gesetzt, da die Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands in Gaza stärker als in der Vergangenheit zu spüren ist“, fügte er hinzu.
„Damit sollte eine humanitäre Pause eingelegt und die Ausbreitung der Spannungen in der Region verhindert werden“, so der UN-Generalsekretär.
Guterres betonte auch die Notwendigkeit, die Bemühungen bis zur Verwirklichung der palästinensischen Rechte und der Gründung eines palästinensischen Staates auf der Grundlage früherer von den Vereinten Nationen verabschiedeter Resolutionen fortzusetzen.
Artikel 99 besagt, dass der UN-Generalsekretär „den Sicherheitsrat auf alle Angelegenheiten aufmerksam machen kann, die seiner Meinung nach die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit gefährden könnten“.
Amir-Abdollahian seinerseits dankte Guterres für die Berufung auf Artikel 99 nach dem israelischen Krieg gegen Gaza und sagte: „Die Anwendung von Artikel 99 der Charta der Vereinten Nationen ist eine mutige Aktion Ihrerseits zur Wahrung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit und wird von der öffentlichen Meinung in der Welt unterstützt“.
Der iranische Außenminister ging auch auf die tragische Situation im belagerten Gazastreifen und die Vertreibung von Frauen und Kindern in den Wüsten im südlichen Gazastreifen im kalten Winter inmitten des israelischen Krieges ein.
Amir-Abdollahian rief dazu auf, Maßnahmen gegen die Verbrechen des israelischen Regimes in Gaza zu ergreifen und die Unterstützung für die Palästinenser durch die sofortige Öffnung des Grenzübergangs Rafah für humanitäre Hilfe und die Beendigung der Zwangsevakuierung der Gaza-Bewohner zu verstärken.