Warum besteht Amerika darauf, Europa und seine Führer zu demütigen?
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Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich
Parstoday – In einer abfälligen Rede vor hunderten Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte Donald Trump: „Europa kann sich ohne Amerika nicht verteidigen. Sie reden schön, aber in der Praxis sind sie schwach und abhängig. “
Laut Parstoday wurde Trumps Aussage von einer demütigenden Enthüllung einer privaten Botschaft von Emmanuel Macron, dem Präsidenten von Frankreich, begleitet. Die Demütigung Europas durch Trump ist ein Zeichen für einen strategischen Wandel unter den Verbündeten auf beiden Seiten des Atlantiks nach fast achtzig Jahren Zusammenarbeit. Die globale Ordnung, die auf langjährigen Allianzen beruht, zerfällt. Washington unter der Führung von Trump spielt absichtlich und kalkuliert die Rolle des Architekten dieses Zusammenbruchs.
Eine Analyse dieser kritischen Situation unter Berücksichtigung von Nachrichten aus Financial Times, Reuters und Denkfabriken wie dem Atlantic Council zeigt, dass die Welt an einem gefährlichen Übergang zu einem multipolaren Chaos-System steht, in dem Europa als Akteur verschwindet und konkurrierende Mächte eifrig darauf warten, die Teile dieses zerbrochenen Puzzles aufzusammeln.
Die Offenlegung der Nachrichten von Macron, dem Präsidenten von Frankreich, durch Trump war ein durchdachter Schritt. In dieser Nachricht schlug Macron, der Präsident von Frankreich, unter offensichtlicher Dringlichkeit vor, ein erweitertes Treffen der G7 mit sogar Russland zu organisieren und betonte die Zusammenarbeit in Bezug auf Iran und Syrien. Diese Nachricht zeigt, wie der französische Präsident in eine Position der Verhandlungsschwäche geraten ist. Trumps Antwort mit der Ablehnung dieser Einladung und der anschließenden Offenlegung der Nachricht vermittelte die Botschaft, dass Washington keine Geduld mehr mit den europazentrierten mehrseitigen Strukturen hat. Trump verfolgt mit diesen Schritten, die gegen diplomatische Normen verstoßen, sogar gegenüber langjährigen Verbündeten der USA, ein Ziel, um die Glaubwürdigkeit des Verbündeten zu untergraben, ihn öffentlich zu demütigen und dann Druck auszuüben, um ein bilaterales Abkommen unter seinen Bedingungen zu erzielen.
Die harten Worte des belgischen Premierministers gegenüber den herabsetzenden Verhaltensweisen Trumps veranschaulichen gut die Verzweiflung Europas gegenüber Trump. Bart De Wever, der belgische Premierminister, sagte auf der-Konferenz: „Präsident Trump kann mit uns tun, was er will. Er kann mit uns spielen und uns zu Sklaven machen; im Grunde sind wir seine Sklaven!“
Aber Trump begnügt sich nicht nur mit psychologischer Demütigung. Seine praktischen Handlungen auf der Welt, von Grönland bis zur Ukraine, untergraben die Sicherheits- und Wirtschaftsstrukturen Europas von innen. Die Entsendung europäischer Truppen nach Grönland für Übungen ist eine späte und defensiv wirkende Reaktion auf diese wachsende Angst. Auf der anderen Seite zeigt der Stopp des Austauschs geheimer NATO-Informationen mit den USA die Tiefe der Spaltung, die die kollektive Sicherheit des Westens erreicht hat.
Trump schafft absichtlich Krisen mit der Ukraine und Westasien, die Europa an den Rand drängen und seine Fähigkeit zu einer koordinierten Reaktion untergraben. In diesem Zusammenhang weist die Analyse des iranischen Außenministers, Seyed Abbas Araghchi, auf einen wichtigen Punkt hin: „Europa begegnet nun den Folgen seiner früheren Verrate gegenüber Iran; und das in einer Zeit, in der es mit einem ähnlichen Verhalten seitens der USA konfrontiert ist. “
Der iranische Außenminister schrieb auf Twitter: „Aus diesen Ereignissen lässt sich eine klare und offensichtliche Lektion ziehen: Entweder ‚alle Geschäfte sind Geschäfte‘, oder ‚die Handschlag-Diplomatie hat keinen Wert‘. “
Dieses Thema ist offensichtlich, und die Konsequenz des zweiten Szenarios wird nichts anderes als der Zusammenbruch der internationalen Ordnung sein. Die internationale Ordnung kehrt zu einem chaotischen Zustand zurück, in dem Trump sich offensichtlich wohlfühlt. Die Führer Chinas und Russlands freuen sich über dieses Durcheinander, nicht wegen Trumps Macht sondern wegen der Schwäche, die er in das Netzwerk der westlichen Verbindungen einbringt.
Das Jahr 2026 begann mit einem Angriff auf Venezuela und der Entführung seines Staatspräsidenten, ein Phänomen, das die Grenzen des internationalen Rechts verletzt, um zu zeigen, dass in der Welt, die Trump schafft, keine Normen heilig sind. Das Ende dieses ungezügelten Vorgehens lässt sich nicht eindeutig vorhersagen, aber die Richtung ist klar. Europa steht vor einer historischen Entscheidung: Entweder es akzeptiert Demütigung und Unterwerfung und schließt separate Abkommen mit dem Herrn, was das Scheitern des Projekts Europäische Union zur Folge hätte oder es bewegt sich mit großen Schmerzen und Kosten in Richtung echter strategischer Unabhängigkeit, interner Verteidigungsintegration und der Suche nach neuen Partnern in einem multipolaren Weltgefüge.
Die Antwort auf die Frage "Können wir die internationale Ordnung erhalten?" hängt wie der ehemalige Minister Grönlands fragte von dieser europäischen Wahl ab. Andernfalls wird das von Europa gefürchtete Chaos nicht nur eine Möglichkeit, sondern die unvermeidliche Bestimmung des grünen Kontinents sein.