Ein Irrtum oder Trumps systematischer Rassismus?
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Trump teilte ein Video, das Michelle und Barack Obama als Affen darstellt
ParsToday - Auf dem Kanal von US-Präsident Donald Trump wurde ein KI-generiertes Video gepostet, das Barack und Michelle Obama als Affen zeigt.
Von dem Account von Trump ist auf seiner eigenen Online-Plattform Truth Social ein mithilfe von Künstlicher Intelligenz generiertes Video hochgeladen worden. In dem Beitrag waren die beiden Gesichter des früheren US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau Michelle auf Affenkörper montiert worden, dazu ertönte die Melodie von "The Lion Sleeps Tonight". Der rassistische Post löste Entsetzen und massive Kritik aus. Inzwischen wurde der Eintrag gelöscht.
Das Weiße Haus erklärte, ein Mitarbeiter habe den Beitrag "irrtümlich veröffentlicht". Das Video war gut zwölf Stunden online, es war in dem persönlichen Nutzerkonto Trumps veröffentlicht worden, auf dem er regelmäßig Beiträge postet.
Trump will sich für den Post nicht entschuldigen. Auf eine entsprechende Frage sagte er vor Journalisten: "Nein, ich habe keinen Fehler gemacht." Er habe sich lediglich den Beginn des Videos angeschaut, sagte Trump. Er nehme an, dass am Ende etwas zu sehen gewesen sei, was Leuten nicht gefalle - ihm gefalle es auch nicht, aber er habe es nicht gesehen, sagte er.
Für diejenigen, die Trumps Vergangenheit verfolgen, ist dieser Vorfall keine Überraschung. Seit seinem Einstieg in die Politik ist Trump für seine rassistischen Äußerungen und Handlungen bekannt.
Eines der prominentesten Beispiele ist Trumps Wahlkampf 2015. In seiner Antrittsrede griff er mexikanische Einwanderer an und sagte: „Wenn Mexiko seine Leute schickt, schickt es nicht seine Besten. Es schickt Kriminelle und Vergewaltiger.“ Diese Äußerungen stellten mexikanische Einwanderer nicht nur als Kriminelle und gefährlich dar, sondern verstärkten auch rassistische Stereotype gegenüber Latinos.
Später schlug Trump den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko vor und forderte sogar, Mexiko solle dafür bezahlen – eine Politik, die auf rassistischer Hetze basierte. Doch Trumps Angriffe beschränkten sich nicht auf Mexikaner. 2018 bezeichnete er auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus afrikanische Länder und Haiti als „Drecksloch-Länder“ und fragte, warum die USA Einwanderer aus solchen Ländern aufnehmen sollten. Trump behauptete außerdem, Haitianer hätten „alle Aids“ und Nigerianer würden „niemals in ihre Hütten zurückkehren“. Diese Aussagen waren nicht nur rassistisch, sondern basierten auch auf kolonialen Lügen und Stereotypen.
Trumps rassistische Vergangenheit reicht bis vor seine Präsidentschaft zurück. In den 1970er Jahren verklagte das US-Justizministerium die Trump Company wegen Rassendiskriminierung bei der Vermietung von Wohnungen. Trump wurde beschuldigt, Hausverwalter angewiesen zu haben, Schwarzen Wohnungen zu verweigern. 1989 forderte Trump außerdem die Hinrichtung von fünf schwarzen und lateinamerikanischen Jugendlichen, die später für unschuldig befunden wurden.
Im Fall von Barack Obama hatte Trump vor Jahren eine Kampagne gestartet, in der er behauptete, der damalige US-Präsident sei nicht in den USA geboren und daher nicht als legitimer Präsident anzusehen; eine Behauptung mit rassistischen Wurzeln, die Obama als Ausländer darstellte. Die Kampagne zielte nicht nur auf Obama ab, sondern marginalisierte auch Afroamerikaner. Darüber hinaus hat Trump auch Muslime mit rassistischen Angriffen attackiert.
Er schlug ein Einreiseverbot für Muslime vor und bezeichnete muslimische Länder als „voller Terroristen“. 2017 wurde die sogenannte „Muslim Ban“-Politik für die Einreise in die USA eingeführt, die sich vor allem gegen Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit richtete. Diese Maßnahmen waren nicht nur rassistisch, sondern führten auch zu einem Anstieg von Hassverbrechen gegen Muslime. Trumps rassistische Tendenzen gehen über Worte hinaus; sie sind tief in seiner Politik verwurzelt.
Er hat auch rassistische Gruppen wie die Proud Boys unterstützt. Trumps jüngster Beitrag auf Truth Social, in dem er die Obamas mit Affen verglich, setzt dieses Muster fort. In einer Zeit, in der die USA mit Problemen des Rassismus zu kämpfen haben, könnten solche Aktionen die Spannungen verschärfen.