Bedrohungen, Zensur und Verhaftung; die drei Seiten des Dreiecks der Sicherheitsvorkehrungen an den US-Universitäten
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Die Sicherheitsvorkehrungen an den US-Universitäten
ParsToday- Die Verhaftung von 12 Professoren und Studenten an der Columbia University in Manhattan während eines friedlichen Protests hat einmal mehr die von Sicherheitsvorkehrungen geprägte Atmosphäre an den US-Universitäten offenbart.
Vor der Columbia University in New York blockierten Professorinnen und Professoren sowie Studierende eine Straße mit T-Shirts mit der Aufschrift „Safe Campus Now“. Laut ParsToday wollten sie gegen die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung protestieren und internationale Studierende unterstützen. Der friedliche Protest endete nach etwa einer Stunde mit dem Eingreifen der US-Polizei und der Festnahme von 12 Demonstranten.
Ein Professor: „Wir haben noch nie so viel Überwachung erlebt“
Die Straßenkämpfe zwischen den Studierenden und der Polizei in den USA fallen in eine Zeit, in der sich auch das Klima an Universitäten grundlegend verändert hat. Laut der New York Times sind Professoren in Bundesstaaten wie Texas, Florida und Ohio verpflichtet, ihre Unterrichtspläne in Datenbanken zu veröffentlichen. Diese Situation hat einige Professoren dazu veranlasst, zwei verschiedene Versionen ihrer Unterrichtspläne zu erstellen, um ihre Arbeitsplätze zu sichern: eine für die Veröffentlichung und eine für den tatsächlichen Unterricht. „So viel Überwachung haben wir noch nie erlebt“, sagte ein Professor, der anonym bleiben wollte.
Politischer Druck und finanzielle Bedrohung
Das Klima der Überwachung und Spannungen an den US-Universitäten wird durch direkten politischen und wirtschaftlichen Druck der Zentralregierung auf die akademischen Einrichtungen verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte kürzlich in einem Beitrag in den sozialen Medien an, dass seine Regierung von der Harvard University eine Milliarde Dollar Schadenersatz fordern und die Beziehungen zur Universität abbrechen werde. Er warf Harvard „Fehlverhalten“ und „Antisemitismus“ vor, ohne konkrete Beweise vorzulegen.
St. John's University setzt Zusammenarbeit mit der US-Einwanderungsbehörde aus
Parallel zu diesen Entwicklungen sahen sich einige Universitäten unter moralischem und sozialem Druck gezwungen, ihre Zusammenarbeit mit staatlichen Sicherheitsbehörden zu überdenken. In den letzten Monaten sah sich die St. John’s University in New York einer Protestwelle von Professoren und Studierenden gegenüber, die sich gegen eine Vereinbarung zur Ausbildung von Studierenden im Bereich der inneren Sicherheit richteten; Proteste, die letztendlich zum Abbruch dieser Kooperation führten.