Leere Drohungen Trumps und die Erosion der US-Macht
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ParsToday– US-Präsident Donald Trump hat erneut damit gedroht, ein Land zu bombardieren – dieses Mal Oman. Das Land spielt sowohl bei den Gesprächen im Zusammenhang mit Iran als auch bei den Entwicklungen rund um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus eine Rolle.
(last modified 2026-08-19T06:22:44+00:00 )
Aug 19, 2026 06:40 Europe/Berlin
  • US-Präsident Donald Trump
    US-Präsident Donald Trump

ParsToday– US-Präsident Donald Trump hat erneut damit gedroht, ein Land zu bombardieren – dieses Mal Oman. Das Land spielt sowohl bei den Gesprächen im Zusammenhang mit Iran als auch bei den Entwicklungen rund um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus eine Rolle.

Trump erklärte, sollte Oman amerikanische Maßnahmen behindern, werde er das Land massiv bombardieren. Diese Drohung kann nicht als gewöhnliche Äußerung in der US-Außenpolitik betrachtet werden. Sie ist vielmehr Teil eines Musters, bei dem die Zahl der Drohungen zunimmt, zugleich aber die Kluft zwischen einer Drohung und ihrer tatsächlichen Umsetzung größer wird. Daher wäre es nicht überraschend, wenn Oman Trumps Drohungen nicht allzu ernst nähme. Die bisherige Politik der Trump-Regierung gegenüber verschiedenen Ländern hat gezeigt, dass zwischen Drohung und tatsächlichem Handeln eine beträchtliche Kluft besteht – eine Kluft, die inzwischen zu einem strategischen Problem für Washington geworden ist.

Trump versucht, „Unberechenbarkeit“ zu einem Instrument zur Steigerung der US-Macht zu machen. Doch Unberechenbarkeit verwandelt sich allmählich in „Unzuverlässigkeit“, wenn dahinter keine klare Strategie steht. Verbündete wissen nicht, wie Washington als Nächstes entscheiden wird, während Rivalen zunehmend erkennen, welche Drohungen tatsächlich umgesetzt werden können und welche lediglich als Mittel zur politischen Druckausübung dienen.

Laut dem Sender CNN ist das Ausmaß dieser Krise weitreichender als nur im Verhältnis zu Iran. Oman sieht sich mit militärischen Drohungen der USA konfrontiert, während Südkorea unter dem Druck Washingtons steht. Trump kritisiert Seoul dafür, dass es sich nicht am Krieg gegen Iran beteiligt, und vertritt gleichzeitig in Bezug auf gemeinsame US-südkoreanische Militärübungen Positionen, die den Forderungen Nordkoreas teilweise nahekommen. Dieser Widerspruch könnte für die US-Verbündeten eine gefährliche Botschaft darstellen. Washington erwartet von ihnen Unterstützung, sendet selbst jedoch widersprüchliche Signale hinsichtlich seiner Sicherheitszusagen.

Unter diesen Umständen betrachtet Trump Bündnisse zunehmend wie Finanzverträge. Ein Verbündeter soll zahlen und sich an den von Washington gewünschten Missionen beteiligen. Eine solche Sichtweise verwandelt ein Bündnis von einem langfristigen strategischen Kapital in ein kurzfristiges Geschäft.

Das Problem der Außenpolitik Trumps besteht daher nicht allein in der Vielzahl seiner Drohungen. Das eigentliche Problem ist das Fehlen einer kohärenten Strategie hinter diesen Drohungen. Trump versucht, durch Druck Zugeständnisse zu erzwingen. Übermäßiger Druck auf Verbündete kann diese jedoch von den USA entfernen. Auch wiederholte Drohungen gegen Rivalen verlieren allmählich ihre abschreckende Wirkung, wenn ihnen keine konkreten Maßnahmen folgen.

Die USA leiden heute nicht unter einem Mangel an Machtinstrumenten. Die eigentliche Krise besteht vielmehr in der Erosion der Glaubwürdigkeit bei deren Einsatz.