Der Krieg spricht Englisch und Französisch
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Man konnte sich beim Besuch der britischen Premierministerin so  richtig an "Rot" satt sehen. Kostüme können den Charakter von  Leuchtfeuern  annehmen.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Jan 29, 2017 00:43 Europe/Berlin
  • Der Krieg spricht Englisch und Französisch

Man konnte sich beim Besuch der britischen Premierministerin so  richtig an "Rot" satt sehen. Kostüme können den Charakter von  Leuchtfeuern  annehmen.

Von: Willy Wimmer, Staatssekretär a.D

Es stand aber auch jedem, der ihre 
Statements vor den Frontleuten der amerikanischen Republikanischen 
Partei hörte oder sie bei der Pressekonferenz mit Präsident Trump
verfolgte, frei, so richtig "rot" zu sehen. Wenn alles das, was Frau 
Premierministerin May in USA gesagt hat, zusammen bewertet 
wird,dann geht es der angelsächsischen Welt derzeit darum, weniger ihre Wert-
vorstellungen auf Dauer aufrecht zu erhalten. Vielmehr soll das Arsenal
an Kriegsoptionen funktionsfähig gehalten werden, damit man seine 
Vorstellungen dem staunenden Globus aufzwingen kann. Natür-
lich wird das dann als "Wertvorstellungen" deklariert, auf die die Be-
glückten allerdings keinen Einfluß hatten und haben werden.

Krieg ist das oberste Ziel

Irgendwie kann es niemand mehr hören. Da stellt sich die britische
Premierministerin in ihrer unnachahmlichen Art nach dem Gespräch
mit Präsident Trump bei der Pressekonferenz ans Mikrofon und redet 
der Rüstungsindustrie das Wort. Als ob die Welt nichts Besseres zu tun 
haben würde. Ist das die Priorität für eine Menschheit, die nach Ende 
des Kalten Krieges im Elend der vom Westen und auch den Briten
angezettelten Kriege  wieder einmal Blut hat lassen müssen.
Sicher, die Regierungen des Westens haben eine einstmals freie Presse
zu der optimalen Waffe für jedes neue Kriegsabenteuer gemacht.
Diese Waffe soll jetzt durch Zensur und Einschüchterung noch 
effektiver gemacht werden. Glaubt Frau May allen Ernstes, daß dies 
der im November 1990 in Paris feierlich veranschiedeten Charta über 
den so innig ersehnten Frieden in Europa und darübe hinaus ent-
spricht? In Ihren amerikanischen Reden erweckte Frau May den 
Eindruck, daß es ihr in erster Linie in Europa darum geht, Rußland
als Faktor so auf Armeslänge aus Europa rauszuhalten, daß es nur ja
nicht zu einer von vielen Europäern ersehnten oder als nützlich 
betrachteten Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation kommt.

London beherbergt nicht nur die "City" als Supermacht, die sich ein
Land mit dem Namen Großbritannien hält. London ist auch die 
clearing -Stelle für den Abgleich inner-russischer Interessen.

Wer die Augen in der Zeit nach Ende des Kalten Krieges aufgesperrt 
hatte, konnte an der speziellen Funktion Londons für russische 
Oligarchen mit und ohne Kreml-Siegel, alte und neue russische Macht 
nicht übersehen. Donnert Frau May nur aus dem einen Grund gegen
eine dringend gebotene Zusammenarbeit in Europa mit einem
Nachbarvolk, weil eine Zusammenarbeit von Washington und Brüssel
mit Moskau die Sonderstellung Londons auf diesem Gebiet gefährden
wird? Sie kann sicher sein, daß gerade der US-Präsident den für sein 
Land richtigen deal mit Moskau machen wird. Da mag man auch in 
Brüssel oder Berlin davon faseln, in eine imaginäre Lücke stoßen 
zu wollen, die der Super-Stratege Öttinger im Falle der USA ausge-
macht haben will. Präsident Trump, der die Welt in einem atemberau-
benden Tempo umkrempelt, wird dazu Fakten geschaffen haben,
bevor in Berlin oder Brüssel die ersten Gedanken zu Papier gebracht
worden sein werden. Wie realistisch in Brüsel/Berlin die USA derzeit
eingeschätzt worden sind, haben alle vor wenigen Wochen in der
desaströsen Fehleinschätzung der amerikanischen Wahlen gesehen.
Präsident Trump war in der Pressekonferenz mit Premierministerin
May feinfühlig genug, immer wieder auf seine schottische Teil-Ab-
stammung aufmerksam zu machen. Frau May wurde liebenswürdig auf
ihre Hausaufgaben hingewiesen und ihre Kriegs-und Konflikt-Rhetorik 
in die Ecke gestellt. Kann es sein, daß Frau May auch neben Herrn 
Präsidenten Trump von "gestern" ist, was die neuen Schwerpunkte der 
Vereinigten Staaten und vielleich demnächst auch des Präsidenten
Putin anbelangt. Von Berlin und Frau Dr. Merkel schweigt man als 
"Statthalterin Obamas auf Erden" gleich mit.

Gegengipfel Merkel/Hollande zu Trump/May

Alle Welt wartete gespannt auf das Treffen in Washington. Da wäre 
es sowohl für die Bundeskanzlerin als auch den französischen
Präsidenten sinnvoller gewesen, CNN oder BBC einzuschalten. 
France24 geht auch noch, aber deutsche Sender verbleiben auf 
Provinz-Niveau. Aber nein, man wollte unter allen Umständen unter
Beweis stellen, wie schnell ein Treffen in Berlin vergessen wird. Dabei 
sollten wir genau hinsehen, wenn ein französischer Präsident hier
auftaucht. Warum wird betont, daß Frau Dr. Merkel an der Seite 
Frankreichs steht, wenn Frankreich angegriffen wird? Warum geht die
Bundeskanzlerin nicht hin, um dringt auf eine Änderung der fran-
zösischen Kriegsgeneigtheit. Von Syrien bis Mali gibt es doch jeden
Grund der Welt, unserem französischen Lieblingspartner dringend
nahezulegen, mit seinen Endlos-Kriegen Schluß zu machen oder 
für diese Abenteuer keine deutschen Soldaten mehr zur Verfügung 
zu stellen. Es ist doch was faul im Westen. Warum wollen unsere
Partner für die Kriege, die nicht unsere Kriege sind, unter den 
fadenscheinigsten Gründen unsere Soldaten für ihre Zwecke?
In der Öffentlichkeit wird darauf aufmerksam gemacht, daß wir 
heute mit unseren Soldaten in mehr Ländern präsent sind, als zu
früheren Zeiten. Für die "Bekämpfung der Fluchtursachen und Folgen 
der Kriege" hat Deutschland im letzten  Jahr neben den Milliarden für 
den Bundeswehr-Einsatz gut 22 Miilarden  aufwenden 
können. Die Wähler in Deutschland werden gerade dazu in diesem Jahr
ihre höchstpersönliche Rechnung ausstellen. Man darf gespannt sein.
Auch dazu, ob die Fremdbestimmung für Deutschland in der
Kriegsfrage über Wahlen endlich durchbrochen werden kann? NATO 
und EU nur, wenn Deutschland an Kriegen teilnimmt, die die 
andere  nach Nürnberg gebracht hatte? Als Ergebnis des Zweiten
Weltkrieges sollte der Krieg über die Charta der Vereinten
Nationen geächtet werden. Der Westen machte ihn zur Dauerbeschäf-
tigung und damit muß Schluß sein. Läßt Präsident Trump hoffen?