Die Vorliebe Trumps für den Schauspielerberuf
Früher wurden mal Filme in Hollywood gedreht, in denen würdige Menschen als gutes Vorbild dienten und heute ahmt der mächtigste Mann der USA negative Filmgestalten nach, um andere Völker einzuschüchtern. Als von ihm die Iransanktionen mit einem lächerlichen Poster auf Twitter angekündigt wurden, war Trump bereits wenig populär in der Kino- und Medienwelt. Mit seinem Schauspiel hat er bislang kaum Erfolg gehabt, obwohl er doch die Schauspielerei liebt.
Die Zeitung Guardian hat vor kurzem in einem Artikel einige Regisseure vorgestellt, die möglicherweise einen Film über Donald Trump drehen könnten. Einer von ihnen ist Martin Scorsese. Als man ihm vorschlug einen solchen Film zu drehen, sagte er, Trump erinnere ihn an „Bill der Schlächter“ in seinem Film „Gangs of New York“. Bill der Schlächter ist der Chef einer Verbrecherbande in New York, die Morde und Verbrechen begeht. Dieser Film von Scorsese beleuchtet die Folgen von Machtgier für die menschliche Gesellschaft.
Alles hat damit angefangen, dass ein alterfahrener US-Journalist namens Dan Rather auf Twitter dem Regisseur Martin Scorsese vorschlug, einen Film über Trump zu drehen. Dieser Tweet erregte die Aufmerksamkeit vieler Anwender dieses sozialen Netzwerkes sowie der Medien und Kinofachwelt. Und Guardian schlug sogar weitere Regisseure vor. Es ist bemerkenswert, dass in den vergangenen zwei Jahren die Kritik und der Protest unter den amerikanischen Filmemachern gegen Trump laufend zugenommen haben und kaum einer aus der Kinowelt noch auf seiner Seite steht. Sollte ein Film über Trump gedreht werden, so wird er sicherlich einige scharfe Anspielungen auf ihn und seine eigenartige Politik enthalten.
Einmal ganz abgesehen von den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich im Gefolge der Machtübernahme von Trump in den USA und an anderen Orten der Welt abspielten und abspielen, ist dieser Machtwechsel für Leute, die sich mit den Problemen der US-Gesellschaft beschäftigen, ebenso eine der wichtigsten Angelegenheiten. Sie fragen sich, wieso die Hollywood-Stars nicht vermochten, Hillary Clinton ins Weiße Haus zu schicken, und wie Trump in kurzer Zeit ein politischer Aufsteiger und zum Präsidenten der USA werden konnte.
Einige sagen: Trump ist das Sinnbild von alledem, was die Hollywood und die US-Medien seit Jahren propagiert haben und er hat seinen Sieg Hollywood zu verdanken. Mit anderen Worten: Das Phänomen Trump ist nichts anderes als das Produkt des von Hollywood propagierten US-Lebensstils und damit ist der jetzige US-Präsident am meisten von Hollywood geprägt. Dazu kommt, dass er tatsächlich in der Kinowelt aktiv gewesen ist. Er ist sozusagen nach Ronald Reagan der zweite Schauspieler-Präsident der USA.
Der US-Präsident hat wie viele bekannte Kino-Schauspieler im Fernsehen angefangen. 1985 trat er in einer Komödie mit zahlreichen Folgen namens „die Jeffersons“ auf. Das war der Beginn. Vier Jahre später erschien er wieder auf der Leinwand, diesmal in einem Film, der auf den 98. Platz bei der Preisverleihung für die miserabelsten Filme in der Geschichte gelangte. Wegen seinem Rollenspiel in diesem Film wurde Trump übrigens zweimal zum Kandidaten für die goldene Himbeere der schlechtesten Newcomer-Stars und des schlechtesten männlichen Schauspielers in einer Nebenrolle nominiert. Er wurde mit dem zweiten Preis bedacht.
1992 erschien Trump erneut im Kino mit einer kleinen Rolle in dem Film „Allein zuhause 2“. Danach trat er in einigen Fernsehreihen kurz bei einigen Dialogen auf. Diese Filmprojekte erhielten das Prädikat „schwach“ bis „sehr schwach“. Seine letzte größere Rolle übernahm er 2001 in dem Film „Zoolander“ und 2010 erschien er in einer Szene des Films „Wall Street - Geld schläft nicht“ vor der Filmkamera. Aber der Filmabschnitt mit ihm wurde aus der Version, die im Kino gezeigt wird, herausgeschnitten und ist nur noch auf der Version für Privathaushalte zu sehen.
Trump hat ab 2004 einen Fernsehwettbewerb bei NBC moderiert. Dieses Programm nannte sich „The Apprentice“ – der Lehrling. In dieser Serie, die der Geschäftsmann und leidenschaftliche Schauspieler Donald Trump moderierte, wurde das Wirtschaftstalent der Teilnehmer auf die Probe gestellt. Der einzige Gewinner erhielt 250 Tausend Dollar und konnte für dieses Gehalt für ein Jahr lang eines der Unternehmen von Donald Trump leiten. Die ersten 7 Perioden dieses Wettbewerbs verliefen ohne Teilnahme von bekannten Gesichtern. Es konnten nur Geschäftsleute und Wirtschaftler teilnehmen. Ab 2008 wurden auch Prominente eingeladen.
Es fällt auf, dass Trump in der von ihm moderierten Sendung „The Apprentice“ die gescheiterten Teilnehmer immer mit folgendem Satz abfertigte: „You`re fired“ - „Sie sind gefeuert“.
Trump wollte diesen Satz sogar patentieren lassen, um daran zu verdienen. Aber seine Karriere als Moderator nahm 2015 ein Ende. Trump hatte seine Wahlkampagne angetreten und wegen seiner scharfen Bemerkungen über Minderheiten ersetzte NBC ihn mit einem anderen Moderator.
Trump hat nie von der Medienwelt abgelassen.
Schon in den 90iger Jahren hat er großes Interesse an der Fernsehwerbung für US-Großunternehmen gezeigt. Zusammen mit seiner ersten Ehefrau Ivana nahm er an der Werbung für eine Restaurantkette teil und stellte zum ersten Mal eine neue Pizzasorte vor. 1999 erschien er erneut in einem Werbestreifen dieses Unternehmens und präsentierte eine andere Pizza. Bis 2005 ist Trump immer wieder in Fernsehwerbung aufgetreten – sogar in der Werbung für Matratzen und Schlafsachen.
Vielleicht fragen Sie sich nun, worauf wir mit dem Hinweis auf die Leidenschaft Trumps für die Schauspielerei eigentlich hinauswollen. Der US-Präsident, der jahrelang vor Filmkameras posiert hat und sich als einen exzellenten Schauspieler betrachtet, machte vor kurzem Anstalten, wieder zu dieser alten Leidenschaft zurückzukehren und die Weltbevölkerung mit seinem unentdeckten Schauspielertalent zu überraschen!!!!
In der Absicht neue US-Sanktionen gegen Iran einzuführen versandte Donald Trump auf Twitter sein Porträt mit der Aufschrift: „Die Sanktionen nahen heran - 5. November!“ Er hatte sich auf diesem Bild nicht nur von dem Spruch: „Der Winter naht heran“ inspirieren lassen, sondern auch den speziellen Schriftfont im Titelbild der Serie „Game of Thrones“– „Ein Spiel um Throne“ nachgeahmt.
Inspiriert von der Fantasy-Fernsehserie „Game of Thrones“ war er mit seinem Tweet um Hervorrufung und Intensivierung des Nervenkrieges kurz vor der neuen Runde von Iran-Sanktionen bemüht. Seine Nachricht auf Twitter rief allerdings den Spott von Anwendern im virtuellen Raum hervor und hatte auch die Kritik des Produzenten von „Game of Thrones“ und einer der Schauspieler zur Folge. Ein Anwender reagierte mit dem Spruch: „Der Winter ist hier“ und andere forderten die Allgemeinheit angesichts der herannahenden Halbzeitwahlen zum Kongress auf, an den Wahlen teilzunehmen um in Zukunft ein solches Verhalten des US-Präsidenten einzudämmen. Der Produzent der Fernsehserie „Game of Thrones“ antwortete auf die Twitter-Meldung von Trump:
„Wir wünschen nicht dass unser Handelszeichen für politische Zwecke ausgebeutet wird.“ Kit Harington, der in dieser Serie spielt, sagte in einem Interview, unter bewusster Meidung des Titels „Staatspräsident“ für Trump: „Nach meiner Meinung ist der Mann, der in Ihrem Land an die Macht gelangt ist, ein Betrüger.“
George R.R. Martin, der Autor des Romans für die Fernsehserie „Games of Thrones“ kritisierte Trump scharf und verglich ihn mit der Figur des Joffrey Baratheon, einer der verhassten Charakteren in diesem Phantasieroman. Martin sagte: „Ich glaube Joffrey ist heute der König der USA. Beide wollen ständig die anderen daran erinnern, dass sie das Sagen haben.“
Die Autorin der Romanserie Harry Potter, J.K.Rowling schrieb auf Twitter: „Jemand der von der Nachahmung anderer lebt, stirbt mit ihr.“
Das Poster, welches Trump auf Twitter veröffentlichte, wurde von der Öffentlichkeit nicht ernstgenommen oder stieß auf Spott und auf scharf verbale Angriffe gegen ihn. Unter diesen Angriffen gab es auch Sätze wie: „Die Klageschrift naht heran“ und „die Befragung ist im Kommen“ und „Mueller ist im Kommen“. Mit letzten Satz wollten die Anwender an die Untersuchungen von Robert Mueller über die Einmischung Russlands bei den Präsidentschaftswahlen 2016 und an die Möglichkeit erinnern, dass der US-Präsident wieder abgesetzt werden könnte.
Am Ende fragen wir uns und Sie, ob die Liebe Trumps zur Schauspielerei enden wird oder ob weitere Abenteuer auf uns zukommen? Dies bleibt abzuwarten. Wir werden es mit der Zeit erfahren.
.