Nach England will nun auch Dänemark Asylsuchende nach Ruanda schicken
Kopenhagen (ParsToday) - Nach Großbritannien plant nun auch Dänemarkt, politische Flüchtlinge nach Ruanda zu schicken.
Die Regierungen der beiden Länder verständigten sich am Freitag auf eine politische Erklärung, die den Wunsch nach einer weiteren Stärkung der Zusammenarbeit in Asyl- und Migrationsfragen unterstreicht.
Der dänische Ausländer- und Integrationsminister Kaare Dybvad Bek teilte dazu in einer am Freitag abgegebenen Erklärung mit: Wir arbeiten an einem gerechteren Asylsystem und gehen neue Schritte. „Es ist wichtig, dass wir nichts überstürzen, sondern versuchen, eine Einigung im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen Dänemarks und Ruandas zu erreichen.“
Das Außenministerium in Kopenhagen kündigte an, eine Anlaufstelle in Ruanda einzurichten. Im Laufe des zweiten Halbjahres 2022 sollen zwei Personen aus dem diplomatischen Dienst in das Land entsendet werden.
Großbritannien und Ruanda kündigten letzte Woche ein Abkommen an, das Tausende von Asylbewerbern in Ruanda unterbringen würde. Personen, die seit dem 1. Januar illegal nach Großbritannien eingereist sind, können nach Ruanda geschickt werden.
Die Entscheidung der britischen Regierung ist deshalb sehr fragwürdig, weil sie Im vergangenen Monat bekanntgab, dass 200.000 Ukrainer im Rahmen von zwei Hilfsprogrammen für Menschen, die nach dem Konflikt mit Russland aus dem Land geflohen sind, nach Großbritannien eingereist sind.
Dort sollen die Menschen dann warten, bis eine Entscheidung der britischen beziehungsweise dänischen Einwanderungsbehörden gefallen ist.
Eine Mehrheit im dänischen Parlament hatte im Juni 2021 ein Gesetz verabschiedet, das Asylzentren in anderen Ländern möglich macht.
Die EU-Kommission kritisierte das Projekt und machte damals deutlich, dass sie sich rechtliche Schritte vorbehält, sollten die Pläne umgesetzt werden.