Muslime in Kaschmir veranstalten nach 34 Jahren Trauerzeremonien zu Muharram
Nach mehr als drei Jahrzehnten haben Tausende schiitische Muslime in Kaschmir an Trauerzeremonien zu Muharram teilgenommen. Die indische Regierung hob ihr 34-jähriges Verbot nach einer Reihe von Verhandlungen zwischen Regierungsbeamten und schiitischen Vertretern auf.
Schiitische Muslime haben in Srinagar, der von Indien kontrollierten Hauptstadt Kaschmirs, Trauerzeremonien zu Muharram abgehalten. Die Trauerzeremonien waren 34 Jahre lang verboten. Die Behörden hoben das Verbot nach einer Reihe von Verhandlungen auf. Sie legen jedoch zeitliche Beschränkungen und Bedingungen für die Zeremonien fest.
Die Teilnehmer sagten, die Zeremonien seien eine „einmalige Gelegenheit“ gewesen. Sie befürchten, dass die Regierung das Verbot nächstes Jahr erneut in Kraft setzen könnte. Aktivisten haben die Aufhebung des Verbots begrüßt.
Die Geschichte der Trauerzeremonien zu Muharram in Kaschmir reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. 1989 verbot die damalige Kaschmir-Regierung die Veranstaltung jeglicher Art von Trauerzeremonien. Von 1989 bis 2023 waren keine größeren Trauerzeremonien erlaubt. Seit 34 Jahren kämpfen Aktivisten gegen das Verbot.
Sowohl schiitische als auch sunnitische Gemeinschaften äußerten ihren Unmut über das Verbot. Es wurde als Verletzung des Rechts auf Religionsfreiheit angesehen. In den Jahren, in denen das Verbot in Kraft war, wurden sich widersetzende Trauernde festgenommen. Auch Trauerumzüge wurden von der Polizei vereitelt.