Folgen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien für Deutschland
Hannover (ParsToday/IRNA) - Die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien wirkt sich auch auf Deutschland aus.
Am Montagnachmittag kam es am Flughafen Hannover zu einer Massenschlägerei zwischen rund 200 Kurden und Türken. Gut Hundert kurdische Demonstranten kamen mit Flaggen und wollten am Abflugschalter der Turkish Airlines ihren Unmut über die türkische Militäroffensive in Nordsyrien kundtun. Im Rahmen dieser Demonstration gerieten die Teilnehmer mit türkischen Fluggästen in Streit und es kam zu einer Auseinandersetzung der beiden Gruppierungen.
Unterdessen hat auch der Einsatz deutscher Leopard-2-Kampfpanzer durch die türkischen Streitkräfte bei ihrer Offensive in Afrin, die deutsche Opposition empört. Einige Politiker aus Oppositionsparteien haben den sofortigen Stopp aller Rüstungsexporte in die Türkei gefordert. Die Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger übte scharfe Kritik am Einsatz von deutschen Panzern und sagte: "Der sofortige Stopp aller Rüstungsexporte in die Türkei ist längst überfällig. Das gilt auch für die von der türkischen Regierung geforderte Aufrüstung der Leopard-2-Panzer." Sie forderte zudem eine klare Stellungnahme der Bundesregierung zur türkischen Militäroffensive.
Die deutsche Bundesregierung genehmigte 2005 die Lieferung von 354 Stück des 62 Tonnen schweren "Leopard"-Nachfolgemodells. Sie prüft nun auch im Zuge der deutsch-türkischen Entspannungsbemühungen eine Nachrüstung der Panzer zum besseren Schutz vor Minen.
Die Türkei hatte am Samstag mit Luftschlägen eine groß angelegte Offensive gegen Kurden-Milizen in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Ankara stuft die kurdische YPG-Miliz als Terroristen ein.