Hamburg: Gericht verurteilt 3 Syrer zu Gefängnisstrafen
Hamburg (IRNA/DPA) - Wegen der Mitgliedschaft in der Terrororganisation sogenannter 'Islamischer Staat' (IS) sind drei Syrer von einem Hamburger Gericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Gegen den mit 27 Jahren ältesten Beschuldigten verhängte der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichtes am Montag eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren. Die beiden anderen zum Tatzeitpunkt minderjährigen Angeklagten wurden jeweils zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer im November 2015 auf Veranlassung des IS von Syrien nach Deutschland gereist waren, um sich für Anschläge bereitzuhalten. Sie seien „Schläfer“ gewesen und hätten in Deutschland auf Anweisungen des IS warten sollen, sagte der Vorsitzende Richter. Im September verhaftete die deutsche Polizei die 3 Verdächtigen in einem Asylzentrum in Hamburg
Die Männer hatten nach Überzeugung des Gerichts von der Terrororganisation gefälschte Pässe, Bargeld und Mobiltelefone erhalten. Ihre Beauftragung, Ausstattung und Schleusung weise zahlreiche Parallelen zu den Paris-Attentätern auf, erklärte der Vorsitzende.
Die Rückkehr von IS-Elementen nach Deutschland und der Umgang mit ihnen ist eine große Sicherheitsherausforderung für die deutschen Behörden. Vor Kurzem sagte der Leiter des deutschen Inlandgeheimdienstes, dass der große Rückzug der Dschihadisten noch nicht begonnen habe, aber man beobachte die verstärkte Rückkehr von Frauen, Kindern und Jugendlichen IS-Anhängern aus Syrien und dem Irak.