Bundeskanzlerin lehnt US-Forderung nach Ausstieg aus Atomabkommen mit Iran ab
München(ParsToday)- Nach Bundesaußenminister und seinem Staatssekretär hat nun auch die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, die Forderung der US-Regierung nach dem Ausstieg aus dem internationalen Abkommen mit dem Iran abgelehnt.
In einer Rede auf der 55. Internationalen Sicherheitskonferenz in München sprach Merkel von einem tragfähigen Atomabkommen, das aufrechterhalten werden soll.
Merkel beharrte dabei auf dem europäischen Standpunkt, weiter mit dem Iran zu verhandeln und nicht auf Isolierung zu setzen, wie es die USA tun.
Zuvor hatte auch den Bundesaußenminister, Heiko Maas, bei einer Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran kritisiert und betont, gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien den Weg des Erhalts des Deals fortsetzen zu wollen.
Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt, hatte zuvor ebenfalls die Forderung von Pence deutlich zurückgewiesen und erklärt, die Bundesregierung bekräftige erneut, dass sie am Erhalt des Deals mit Iran entschlossen sei. Annen hatte Deutschland bei der zweitägigen Konferenz in Polen vertreten, nachdem Bundesaußenminister auf Teilnahme verzichtet hatte.
Auch das französische Außenministerium erteilte der US-Forderung eine Absage, und erklärte, Paris werde dem Atomabkommen mit dem Iran im Rahmen der Respektierung der internazionalen Abkommen und der Weltsicherheit verpflichtet bleiben.
"Die Zeit ist für unsere europäischen Partner gekommen, sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückzuziehen und sich uns anzuschließen", hatte der amerikanische Vizepräsident, Mike Pence, am Donnertag bei der umstrittenen Nahost-Konferenz in Warschau erklärt.
Der Iran sei „die größte Gefahr“ im Nahen Osten und bereite einen „neuen Holocaust“ vor, begründete er seine Forderung.