Mangrovenwälder von Hormozgan, ein lebendiges Ökosystem zwischen Land und Meer
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ParsToday- Die Mangrovenwälder der Provinz Hormozgan – in Iran als Hara-Wälder bekannt – gehören zu den wertvollsten und unverwechselbarsten natürlichen Ökosystemen des Landes.
(last modified 2026-02-01T03:45:35+00:00 )
Feb 01, 2026 04:45 Europe/Berlin
  • Mangrovenwälder von Hormozgan, ein lebendiges Ökosystem zwischen Land und Meer
    Mangrovenwälder von Hormozgan, ein lebendiges Ökosystem zwischen Land und Meer

ParsToday- Die Mangrovenwälder der Provinz Hormozgan – in Iran als Hara-Wälder bekannt – gehören zu den wertvollsten und unverwechselbarsten natürlichen Ökosystemen des Landes.

Das größte Mangrovengebiet befindet sich zwischen der Insel Qeshm und der Küste des Festlandes. Kleinere Mangrovenbestände finden sich auch in der Nähe des Hafens von Khamir, der Tiab-Mündung, von Laft und Teilen des Minab-Deltas in der Küstenprovinz. Zusammen bedecken diese Wälder schätzungsweise 20.000 bis 25.000 Hektar und machen Hormozgan damit zur Heimat des größten Mangrovenökosystems in Iran. Ihre Verbreitung ist eng mit ruhigen Gewässern, geringer Wellenenergie, feinen Sedimenten und regelmäßigem Gezeitenaustausch verbunden – Bedingungen, die für das Überleben von Mangroven unerlässlich sind.

Ein bemerkenswertes Ökosystem 

Die Mangrovenwälder von Hormozgan werden fast ausschließlich von Avicennia marina (Graue Mangrove) dominiert. Diese Art ist sehr tolerant gegenüber hohem Salzgehalt, extremer Hitze und sauerstoffarmen Böden – Bedingungen, die typisch für den Persischen Golf sind.

Avicennia marina bildet dichte Bestände mit ineinandergreifenden Wurzelsystemen, die Küstensedimente stabilisieren. Die Bäume erreichen in der Regel eine Höhe von 3 bis 6 Metern, wobei ältere Exemplare in Schutzgebieten auch größer werden können.

Ihre spezialisierten Luftwurzeln ( Pneumatophoren ) ragen über die Schlammoberfläche hinaus und ermöglichen so den Gasaustausch bei Ebbe.

Ein Schutzgebiet für Wildtiere und Meereslebewesen

Die Mangrovenwälder beherbergen eine große Vielfalt an Tieren, insbesondere Arten, die an Küsten- und Gezeitenzonen angepasst sind. Die untergetauchten Wurzeln bieten Schutz und Brutstätten für Fische, Garnelen, Krebse, Weichtiere und junge Meeresarten.

Viele wirtschaftlich wichtige Fischarten verbringen einen Teil ihres Lebenszyklus in Mangrovenhabitaten, weshalb diese Wälder für den Erhalt der lokalen Fischerei von entscheidender Bedeutung sind.

Die Mangroven von Hormozgan zählen außerdem zu den wichtigsten Küstenvogelhabitaten im Süden Irans. Sie beherbergen sowohl einheimische als auch Zugvögel, darunter Flamingos, Reiher, Silberreiher, Löffler, Pelikane, Seeschwalben und Watvögel. Während der Migrationszeiten dienen die Wälder als Nahrungs- und Rastplätze entlang wichtiger Migrationsrouten zwischen Afrika, Zentralasien und Südasien.

Reptilien, kleine Säugetiere, Insekten und zahlreiche Wirbellose bewohnen Mangrovengebiete und tragen so zu einer hohen Artenvielfalt im Vergleich zur umliegenden trockenen Landschaft bei.

Mangrovenwälder von Hormozgan

Ökologische Umweltfunktionen

Die Mangrovenwälder erfüllen mehrere wichtige ökologische Funktionen, die sich direkt auf die Küstenstabilität und die Umweltqualität auswirken.

Dichte Wurzelnetzwerke reduzieren die Wellenenergie, begrenzen die Küstenerosion und schützen Küstensiedlungen vor Sturmfluten. Mangroven fangen feine, von den Gezeiten mitgeführte Sedimente auf und tragen so zum Aufbau und zur Stabilisierung von Küstenlinien bei.Mangroven verbessern außerdem die Wasserqualität in Küstengewässern und reduzieren die Meeresverschmutzung. Mangrovenökosysteme speichern große Mengen Kohlenstoff sowohl in ihrer Biomasse als auch in den darunter liegenden Sedimenten und tragen so zur langfristigen Kohlenstoffbindung bei.

 

Mangrovenwälder von Hormozgan

Wirtschaftliche Bedeutung und lokale Lebensgrundlagen

Der ökonomische Wert der Mangrovenwälder von Hormozgan ist eng mit Fischerei, Küstenschutz und Ökotourismus verbunden. Die lokalen Fischergemeinden sind für ihr Einkommen und ihre Ernährungssicherheit auf die in Mangroven lebenden Fisch- und Krustentierbestände angewiesen. Gesunde Mangroven erhöhen die Fischbestände vor der Küste und kommen so sowohl der Kleinfischerei als auch der kommerziellen Fischerei zugute.

Ökotourismus hat sich in Gebieten wie auf der Insel Qeshm zu einer zusätzlichen Einnahmequelle entwickelt. Zu den Aktivitäten gehören Bootstouren, Vogelbeobachtung, Umweltbildung und Naturfotografie.

 

Mangrovenwälder von Hormozgan

Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat

Aufgrund ihres außergewöhnlichen ökologischen Wertes wurden die Mangrovenwälder von Hormozgan im Rahmen des Programms „Der Mensch und die Biosphäre (MAB)“ als Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats ausgewiesen.

Diese internationale Anerkennung unterstreicht die globale Bedeutung der Mangrovenwälder und hebt die Notwendigkeit langfristiger Erhaltung, wissenschaftlicher Forschung und nachhaltiger Nutzung hervor.

Für Hormozgan eröffnet diese Auszeichnung Möglichkeiten zur internationalen Zusammenarbeit, zur Umwelterziehung und zur verantwortungsvollen Tourismusentwicklung.

Die Mangrovenwälder von Hormozgan sind nicht nur ein seltenes Ökosystem in Iran, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der ökologischen und wirtschaftlichen Stabilität der Region.