Irans Regionalpolitik: Fokus auf Frieden, Stabilität und Unabhängigkeit von außerregionalen Mächten
ParsToday – Der Präsident der Islamischen Republik Iran hat bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister Armeniens die Entschlossenheit Irans bekräftigt, die umfassenden Beziehungen zu den Nachbarstaaten – insbesondere zu Armenien – weiter auszubauen und zu vertiefen.
Masoud Peseschkian, Präsident Irans, betonte bei seinem Treffen mit Suren Papikjan, dem Verteidigungsminister Armeniens, und dessen Delegation in Teheran den grundsätzlichen Ansatz der Islamischen Republik Iran gegenüber den regionalen Entwicklungen. Er erklärte, die feste Politik Irans bestehe in der Unterstützung von Frieden, Stabilität und nachhaltiger Sicherheit in der Region. Iran strebe in keiner Weise Unsicherheit oder Spannungen an, da jede Form von Instabilität allen Staaten der Region schade.
Peseschkian erklärte zudem die Bereitschaft der Islamischen Republik Iran, das „Umfassende Strategische Partnerschaftsabkommen“ zwischen Teheran und Jerewan zu finalisieren. Je stärker die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Verkehr, Energie und Infrastruktur ausgebaut würden, desto mehr würden die Interessen beider Staaten und Völker gesichert.
Auch Generalmajor Seyed Abdolrahim Mousavi, Chef des Generalstabs der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran, kündigte bei einem Treffen mit dem armenischen Verteidigungsminister die Bereitschaft Irans zur Ausweitung der militärischen Zusammenarbeit mit den armenischen Streitkräften an. Verteidigungsminister Brigadegeneralpilot Aziz Nasirzadeh hob seinerseits unter Verweis auf die historischen und strategischen Beziehungen beider Länder hervor, dass Teheran jegliche geopolitische Veränderung in der Region sowie jede Einmischung außerregionaler Akteure ablehne.
In den vergangenen Jahren hat die Islamische Republik Iran konsequent auf eine Politik der regionalen Konvergenz gesetzt. Auch das jüngste Treffen des Präsidenten mit dem armenischen Verteidigungsminister ist in diesem Kontext zu verstehen. Als Land mit einer besonderen geopolitischen Lage in Westasien und an der Schnittstelle zwischen Kaukasus, Persischem Golf und Zentralasien betrachtet Iran die regionale Stabilität als wesentliche Voraussetzung seiner nationalen Sicherheit. Die Betonung Peseschkians auf den Ausbau der Beziehungen zu den Nachbarstaaten – insbesondere zu Armenien – steht im Einklang mit einer Strategie, die auf Ausgleich, Konfliktvermeidung und die Wahrung eines dauerhaften regionalen Friedens abzielt.
Sicherheits- und Verteidigungskooperation: Stabilität als gemeinsames Interesse
Die in den vergangenen Jahren intensivierten Verteidigungsabsprachen zwischen Iran und Armenien spiegeln das gemeinsame Verständnis beider Staaten hinsichtlich regionaler Bedrohungen sowie die Bedeutung einer vertieften militärischen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit wider.
Durch die Stärkung regionaler Kooperationen verringert sich der Einfluss und die Präsenz fremder Mächte. Eine abgestimmte Verteidigungskooperation zwischen Iran und seinen Nachbarstaaten kann zudem eine abschreckende Wirkung gegenüber destruktiven Aktivitäten entfalten. Zugleich gelten Sicherheit und Stabilität als zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Investitionen und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Region.
Mit seiner strategisch bedeutsamen geografischen Lage verfolgt Iran das Ziel, seine wirtschaftliche und transitrelevante Rolle entlang internationaler Verkehrskorridore – wie der Nord-Süd- sowie der Ost-West-Achse – weiter zu stärken. Eine enge Zusammenarbeit mit Armenien kann hierbei eine Schlüsselrolle spielen.
Die Route Iran–Armenien könnte sich zu einer verlässlichen Brücke zwischen den Märkten Russlands, Zentralasiens und des Persischen Golfs entwickeln. Solche Verflechtungen schaffen langfristige Stabilität, da gemeinsame wirtschaftliche Interessen Konflikte erschweren und Kooperation fördern. Durch den Ausbau unabhängiger regionaler Korridore können die Staaten der Region ihre wirtschafts- und sicherheitspolitischen Strategien mit größerer Eigenständigkeit verfolgen.
Die jüngsten Gespräche zwischen den Verantwortlichen Irans und Armeniens sind somit als Ausdruck einer Weiterentwicklung der regionalen Politik Teherans zu werten – einer mehrdimensionalen und strategisch ausgerichteten Herangehensweise auf politischer, sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Ebene.
Die Strategie der Islamischen Republik Iran basiert auf der Stärkung sicherheits- und verteidigungspolitischer Kooperationen zur Prävention von Krisen und zur Abwehr externer Einmischung, auf dem Ausbau wirtschaftlicher, energiepolitischer und verkehrstechnischer Beziehungen zur Förderung konstruktiver Partnerschaften sowie auf der Schaffung regionaler Infrastrukturen und Korridore als Säulen von Frieden und nachhaltiger Entwicklung. Ziel ist es, die Rolle Irans als stabilitätsstiftenden Akteur in der Region weiter zu festigen.
Die Politik der regionalen Konvergenz Irans ist daher nicht lediglich eine diplomatische Option, sondern eine strategische Notwendigkeit zur Wahrung nationaler Interessen, zur Stärkung kollektiver Sicherheit, zur Eindämmung außerregionaler Rivalitäten und zur Schaffung der Voraussetzungen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung über die nationalen Grenzen hinaus.