MRAP „Raad“ – Ein weiterer Erfolg Irans im Bereich gepanzerter Fahrzeuge
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MRAP „Raad“ – Ein weiterer Erfolg Irans im Bereich gepanzerter Fahrzeuge
ParsToday – Die iranische Rüstungsindustrie hat in den vergangenen vier Jahrzehnten, insbesondere nach dem achtjährigen auferlegten Krieg, einen bedeutenden Wandel bei der Entwicklung und Produktion militärischer Ausrüstung vollzogen und Iran im Verteidigungsbereich weitgehend von ausländischen Produkten unabhängig gemacht.
Wie ParsToday berichtet, konnte die iranische Verteidigungsindustrie insbesondere bei der Entwicklung von Mannschaftstransportern und gepanzerten Fahrzeugen beachtliche Erfolge erzielen. Durch gezielte Investitionen und die Nutzung einheimischen Know-hows wurden in diesem Bereich bedeutende Fortschritte erreicht.
Diese Fahrzeuge spielen eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der Anforderungen der Streitkräfte, insbesondere beim Schutz von Soldaten und Polizeikräften sowie bei der Grenzsicherung und der Bekämpfung bewaffneter Gruppen und terroristischer Organisationen.
Angesichts des zunehmenden Einsatzes von Panzerabwehrminen und improvisierten Sprengsätzen (IEDs) entwickelte die iranische Rüstungsindustrie verschiedene minen- und hinterhaltgeschützte Fahrzeuge der sogenannten MRAP-Klasse. Diese Fahrzeuge zählen heute zu den wichtigsten Systemen für Verteidigung und Grenzsicherheit. Die Abkürzung MRAP steht für Mine-Resistant Ambush Protected (minen- und hinterhaltgeschütztes Fahrzeug).
Eines dieser Fahrzeuge ist der MRAP „Raad“, der gegen panzerbrechende Stahlkernmunition, Splitter sowie die Explosion von Panzerabwehrminen geschützt ist und den Insassen einen hohen Überlebensschutz bieten soll.
Weniger als ein Jahr nach der Vorstellung des MRAP-Fahrzeugs „Toofan“ präsentierte das iranische Verteidigungsministerium im August 2019 (Mordad 1398) mit „Raad“ ein schwereres Modell. Im Gegensatz zum Toofan verfügt Raad über sechs Räder (6×6). Das Fahrzeug gehört zur schwereren MRAP-Kategorie und soll nach Angaben iranischer Quellen gegen Munition des Kalibers 12,7 Millimeter sowie Explosionen von bis zu 15 Kilogramm TNT geschützt sein.
Vorstellung
Das Fahrzeug wurde am 13. August 2019 im Rahmen einer Zeremonie in der Organisation der Verteidigungsindustrie in Isfahan vorgestellt. Anwesend waren der damalige iranische Verteidigungsminister Brigadegeneral Amir Hatami, der Kommandeur der Bodentruppen der Armee sowie Vertreter des Generalstabs der Streitkräfte, der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und der iranischen Polizeikräfte.
Bei der Vorstellung würdigte Hatami die Ingenieure und Fachkräfte der Verteidigungsindustrie, die mit ihrer Arbeit maßgeblich zur Entwicklung moderner Ausrüstung für die Bodentruppen beigetragen hätten.
Zu den Eigenschaften des Fahrzeugs erklärte er:
„Der MRAP ‚Raad‘ wurde entsprechend den Anforderungen der Streitkräfte entwickelt. Ziel war ein Fahrzeug mit höherer Geschwindigkeit, verbesserter Geländegängigkeit auf starken Längs- und Querneigungen sowie hoher Leistungsfähigkeit beim Überwinden schwieriger Hindernisse.“
Er bezeichnete Raad als ein geeignetes Fahrzeug für asymmetrische Gefechte, Einsätze in urbanen Räumen, Grenzposten und operative Einsatzgebiete. Das Fahrzeug könne Kommandeure, Persönlichkeiten und Einsatzkräfte beim Passieren von Gebieten mit möglicher Minen- oder Sprengfallenbedrohung schützen.
Hatami erklärte weiter, Raad sei eine modernisierte und technisch weiterentwickelte Version des Vorgängermodells Toofan. Motor, Antriebsstrang, Einsatzgewicht, Einsatzradius, Geschwindigkeit, Waffenintegration, Transportkapazität sowie Minen- und ballistischer Schutz seien gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verbessert worden.
Nach seinen Angaben basiert Raad auf einer 6×6-Plattform. Das Fahrzeug wurde speziell für Sicherheitsmissionen und den Schutz der Besatzung gegen Minen, Sprengfallen und Straßenbomben entwickelt. Es verfügt über einen integrierten Aufbau mit V-förmigem Fahrzeugboden und besitzt keinen separaten Leiterrahmen.
Technische Merkmale
Der MRAP Raad wurde entwickelt, um den Schutz der Angehörigen der iranischen Streitkräfte, insbesondere der Grenztruppen, deutlich zu erhöhen.
Das Fahrzeug erreicht hohe Geschwindigkeiten, kann steile Längs- und Querneigungen bewältigen und schwierige Geländehindernisse überwinden. Es bietet Schutz gegen Stahlkernmunition, Splitter sowie gegen Explosionen von Panzerabwehrminen unter dem Fahrzeug. Sämtliche Hauptbaugruppen – mit Ausnahme der Radaufhängung – sind gegen Beschuss, Splitterwirkung und Explosionen geschützt.
Ein auffälliges Merkmal des Fahrzeugs ist sein hohes Gewicht. Nach veröffentlichten Angaben beträgt das Leergewicht rund 21 Tonnen; mit Besatzung, Ausrüstung und Zuladung dürfte das Gesamtgewicht etwa 23 Tonnen erreichen.
An der Fahrertür ist ein pneumatisches Unterstützungssystem erkennbar, das das Öffnen und Schließen der schweren Tür erleichtert. Dieses System soll insbesondere bei Einsätzen auf stark geneigtem Gelände den Bedienkomfort für die Besatzung erhöhen.
Der MRAP Raad wurde entsprechend den klimatischen Bedingungen Irans und den aktuellen Anforderungen der Streitkräfte entwickelt. Im Vergleich zum Toofan verfügt er über eine höhere Transportkapazität für Personal, größere Geschwindigkeit sowie eine verbesserte Geländegängigkeit auf steilen Hängen.
Der V-förmige Fahrzeugboden lenkt die Druckwelle von Minenexplosionen seitlich ab und verbessert dadurch den Schutz gegen Explosionen unter dem Fahrzeug.
Darüber hinaus wurden Motor, Kraftübertragung, Einsatzgewicht, Geschwindigkeit und Waffenintegration gegenüber dem Toofan verbessert. Der operative Einsatzradius beträgt nun bis zu 900 Kilometer.
Zur Bewaffnung verfügt Raad über einen Geschützturm mit einem 12,7-mm-Maschinengewehr. Zusätzlich befinden sich an beiden Fahrzeugseiten insgesamt acht Schießöffnungen, die den Insassen das Wirken aus dem geschützten Innenraum ermöglichen.
Die größere Bauhöhe des Fahrzeugs erhöht zwar seine Sichtbarkeit, bietet jedoch zugleich mehrere taktische Vorteile: Die Waffenstation verfügt über ein größeres Schussfeld oberhalb vieler Geländehindernisse, und die erhöhte Konstruktion unterstützt zudem eine effektivere Ableitung von Explosionsdruckwellen unter und neben dem Fahrzeug.