Iran 40 Jahre nach dem Revolutionssieg: Unaufhörlich US- Einmischungen ab 1953 
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Die US-Botschaft in Teheran hat bis zum Sturz des Schahs mehr oder weniger die Hauptrolle bei der Einmischung im Iran gespielt. Während der Zeit der Pahlavie-Diktatur wurden an diesem Ort lauter Intrigen  geplant und dirigiert.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Jan 16, 2019 14:28 Europe/Berlin
  • Iran 40 Jahre nach dem Revolutionssieg: Unaufhörlich US- Einmischungen ab 1953 

Die US-Botschaft in Teheran hat bis zum Sturz des Schahs mehr oder weniger die Hauptrolle bei der Einmischung im Iran gespielt. Während der Zeit der Pahlavie-Diktatur wurden an diesem Ort lauter Intrigen  geplant und dirigiert.

 

 

 

Es waren die letzten Monate des Schah-Regimes und dessen Sturz schien nahe.  Daher beschloss der  damalige US-Botschafter in Teheraner, William Healy Sullivan,  dass man den Anführern der Opposition mehr Spielraum zur Mitbeteiligung an den Angelegenheiten Irans überlassen müsse, als  der Schah bereit war. Also billigten sie, dass Schapur Bachtiar, der im Westen studiert hatte, das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt. Als bald darauf die Islamische Revolution siegte, war die US-Botschaft nach wie vor ein Spionagezentrum und die Zentrale für neue Verschwörungen der USA, bis schließlich die Studenten, welche die Linie Imam Chomeinis verfolgten, dem Treiben in diesem Spionagenest durch dessen Besatzung eine Ende bereiteten. 

                                        

 

Den iranischen Studenten fielen bei der Eroberung des US-Spionagenestes  zahlreiche Dokumente in die Hände, die davon zeugten, dass die US-Botschaft ihre Aktivitäten besonders auf die ethnische Zusammensetzung Irans konzentrierten, und ganz speziell auf die Provinz Kurdistan. Die Botschaft hatte zahlreiche Informationen über die Möglichkeiten für einen ethnischen Aufstand in dieser Region nach Washington geschickt.  

Clinton, der damalige US-Außenminister, hat später – im  Oktober 2011– zwei Exklusivinterviews gegeben , eines  mit dem persischsprachigen Programm von BBC und das andere mit dem Farsi-Programm der Stimme von Amerika. Indem er auf die vorherige Entschuldigungserklärung der Ex-Außenministerin Madeleine Albright gegenüber der iranischen Bevölkerung verwies, hat auch er sich für die Rolle, die die USA bei dem Militärputsch  gespielt hat, entschuldigt. Dieser Militärputsch lag weit zurück. Er ereignete sich nach dem iranischen Sonnenkalender am 27. Mordad 1332 – das war gegen Sommerende 1953.

Unterdessen haben die Agenten des US-Spionagedienstes CIA circa 25 Jahre später die Umstände nach dem Revolutionsieg  und die teilweise noch unklare Aufgabenverteilung, welche nur eine natürliche Folge jeder Revolution ist, ausgenutzt, um in Teilen des Landes, die für die Islamische Revolution  von elementarer Bedeutung waren,  Einfluss zu gewinnen und die Vertiefung der Revolution und ihre zunehmende Verbreitung abzublocken. Die US-Botschaft bildete Spionage- und Informationsnetze, damit sie die revolutionstreuen Kräfte  schwächt und die liberalen Elemente stärkt und um auf diese Weise der Revolutionsbewegung des iranischen Volkes zu schaden.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die iranfeindliche Politik der USA seit dem Militärputsch  im Sommer 1953 bis heute weiterhin in nichts anderem bestanden hat als in  unmittelbarer Einmischung, und zwar wegen politischer und wirtschaftlicher Ziele und zur Bildung einer Regierung in Iran, die den USA beliebt. 

                                     

Foreign Policy – die US-Zeitschrift stellte hinsichtlich der Einmischung der USA in den Militärputsch 1953 im Iran fest: „Die US- und britischen Informationsdienste haben gleichzeitig – um die Ziele der Durchführung des Militärputsches zu verwirklichen, ein mehrseitiges kompliziertes Projekt vorangetrieben, nämlich  Einsatz ihrer Propagandamaschine zur Lädierung des politischen Ansehens von Mohammad Mosaddeq , Bestechung einiger damaliger iranischer Parlamentsabgeordneten, Organisierung der Militärkräfte  und schließlich die Ingangsetzung von Fußmärschen und Straßenprotesten.“

Die CIA schreibt in einer ihrer Urkunden aus dem Jahre 1954:  „Ziel der Ajax-Operation war der Sturz der Regierung von Mohammad Mosaddeq, die Rekonstruktion der Position und Macht des Schahs und der Ersatz der Mosaddeq-Regierung durch eine Regierung, welche Iran aufgrund konstruktiver Strategien verwaltet.

Gemäß dieser Urkunde wurde mit dem Militärputsch beabsichtigt, dass eine Regierung im Iran an die Macht gelangt, mit der die westlichen Regierungen eine Einigung über den Erdölmarkt erzielen können. Das zählte also für sie als konstruktiv.   

Ex-US-Präsident Obama hat zweimal offen zugegeben, dass die USA beim Militärputsch am 28. Mordad 1332, im August 1953, die Finger im Spiel hatten. Dieser Putsch führte  zum Sturz der populären Nationalregierung von Dr. Mosaddeq und zur Stabilisierung der Macht des Schahs in den darauffolgenden 25 Jahren.

Im Jahre 2009 hat Obama in seiner Ansprache an der Kairoer Universität über diese Angelegenheit gesprochen und auf das gleiche Thema auch vor der UN-Vollversammlung im Jahre 2013 hingewiesen. Schon als Senator hat er in seinem Buch „The Audacity of Hope“ - deutscher Titel: „Hoffnung wagen“ -  den Militärputsch von 1953 im Iran erwähnt und diesen Schritt  als eine maßlose Einmischung der US-Regierung in die internen Angelegenheiten anderer und  eine Allianz mit anderen Ländern zur Unterstützung eines mächtigen Staatsmanns bezeichnet.

 

Aber trotz solcher  Äußerungen, hat die US-Doktrin nach dem  Sieg der Islamischen Revolution  weiter in dem Bestreben nach dem Sturz des islamisch-republikanischen Systems im Iran bestanden. Die aggressiven Maßnahmen der USA in Form des Eindringens auf iranischen Boden in Tabas  sowie der missglückte Niqqab (Noje) -Militärputsch sind deutliche Beweise für den Beibehalt dieser Strategie.

Die USA haben viele Pläne geschmiedet und durchgeführt um die Islamische Revolution zum Sturz zu bringen. Als die Neokonservativen in den USA an die Macht kamen, wurde der Regimewechsel im Iran auf die Tagesordnung der Regierung von George Bush Junior gestellt und bildete eindeutig eines der wichtigsten strategischen Ziele dieses US-Präsidenten im Nahen Osten.  Einige Mitglieder der US-Regierung  , vor allem im US-Außenministerium war von der Theorie überzeugt, durch Soft Power d.h. durch nicht-militärische Mittel wie eine samtene Revolution und Stärkung der inländischen Oppositionskräfte und Druck auf die iranische Wirtschaft, ließe sich die Islamische Republik Iran aus den Angeln heben. Andere, wie zum Beispiel Dick Cheney, Vizepräsident der USA, meinten Hard Power und ein Militärangriff  seien der einzige Weg  um die IRI zu stürzen.

Als die Demokraten bei den Präsidentschaftswahlen , d.h. Obama mit seiner Parole vom „Wechsel“ in der In- und Auslandspolitik der USA, gewannen, entschied man sich für die Strategie des Einsatzes von Soft Power . 

Die Ansichten der neoliberalen Theoretiker, insbesondere Josef Nye, dem Begründer der Theorie von der Soft Power, beschleunigten diese Entwicklung. Joseph Nye schlägt eine Smart Power – eine Intelligente Soft Power vor, die ein Gemisch von Soft- und Hard Power ist. 

Die Strategie dieser Art von Soft Power besteht in den Bemühungen, zwischen der Regierung und der Bevölkerung einen Keil zu treiben und die Regierung Irans durch eine samtene Revolution wie die bunte Revolution, die in anderen Ländern hervorgerufen wurde, zu stürzen.

                            

Nachdem Trump ins Weiße Haus eingekehrt war, gerieten die feindseligen US-Maßnahmen gegen den Iran erneut in eine neue Bahn und ihr wichtigster Bestandteil wurden Sanktionen und die Drohung mit  der militärischen Alternative.

Durch Rückkehr zu der Phase der Sanktionen und wirtschaftlicher Druckhebel hat Trump ein neues Kapitel für die iranfeindlichen Maßnahmen begonnen, um der iranischen Wirtschaft Probleme zu bereiten.

Mit dem offiziellem Rückzug aus dem Atomvertrag mit dem Iran – dem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA)-  hat er einem sehr wichtigen Abkommen in der Geschichte den Rücken zugekehrt. Er versucht, indem er Druck auf die anderen Länder ausübt, eine Isolation der IRI zu erreichen und will der iranischen Wirtschaft schaden.