Präsidenten Irans und Russlands erörtern Stärkung wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Infrastrukturprojekte
Teheran/Moskau - Der iranische Präsident Ebrahim Raisi und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin haben Möglichkeiten zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich des internationalen Transits, sowie gemeinsame Infrastrukturprojekte erörtert.
In einem Telefongespräch am Montag betonten Raisi und Putin die Bedeutung der Verbesserung der bilateralen Zusammenarbeit.
Mohammad Dschamshidi, stellvertretender Stabschef des iranischen Präsidenten für politische Angelegenheiten, sagte in einem Beitrag auf seinem Twitter-Account, dass die beiden Präsidenten Initiativen zu wirtschaftlichen Infrastrukturprojekten überprüft hätten.
Die eurasische Integration ist die zweite Phase von Raisis Nachbarschaftspolitik, die Chinas Gürtel-Straße-Initiative und den Nord-Süd-Transitkorridor mit Russland umfasst, sagte Dschamshidi.
Er betonte, dass „das geoökonomische Wachstum Irans das Ziel“ der Projekte sei.
Unterdessen teilte der Pressedienst des Kremls am Montag mit, dass der iranische und der russische Präsident Meinungen über Fragen der bilateralen Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, einschließlich der Umsetzung gemeinsamer Infrastrukturprojekte, ausgetauscht hätten, und fügte hinzu, dass die beiden Führer die Entwicklung der Beziehungen zwischen Teheran und Moskau positiv bewerteten.
„Beide Seiten haben das Niveau und die Dynamik der Entwicklung der russisch-iranischen Beziehungen positiv bewertet“, zitierte die russische Nachrichtenagentur TASS die Erklärung.
Es stellte fest, dass Raisi und Putin vereinbart hatten, weitere Kontakte aufrechtzuerhalten.
Laut TASS ist der Internationale Nord-Süd-Transportkorridor eines der Infrastrukturprojekte, die von Russland und Iran verfolgt werden. Iran treibt zusammen mit Indien und Russland den See- und Eisenbahnkorridor voran, der die Zeit und die Kosten für den Warentransport von Indien nach Europa erheblich reduzieren könnte.
Die 7.200 km lange Strecke wurde von den drei Ländern im Jahr 2000 vorgeschlagen. Später wurde die Teilnehmerzahl auf 14 erweitert. Es sieht ein Netz aus Schiff, Schiene und Straße für den Gütertransport vor, das die Transportkosten um etwa 30-60% und die Transitzeit von 40 Tagen auf etwa 20 Tage senken wird.
Ziel des Projekts ist es, den Transitfrachtverkehr aus Indien, Iran und dem Persischen Golf durch das russische Territorium nach Europa zu lenken. Das vereint Projekt mehrere unterschiedliche Verkehrssysteme einzelner Staaten.