Iran wird beim Wasserrecht am Hirmand-Fluss keine Kompromisse eingehen
Teheran - Der iranische Außenminister gab bekannt, das Land habe die Frage seines Wasserrechts in Bezug auf den Grenzfluss Hirmand, auch bekannt als Helmand, bei der amtierenden Taliban-Regierung Afghanistans zur Sprache gebracht.
Hossein Amir-Abdollahian machte diese Bemerkung am Montag in einem Tweet in Bezug auf sein jüngstes Treffen mit dem Außenminister der von den Taliban geführten afghanischen Regierung, Amir Khan Mottaqi.
„Während meiner jüngsten Verhandlungen mit Herrn Mottaqi … in der Stadt Samarkand legten wir großen Wert auf die Frage des iranischen Wasserrechts am Hirmand-Fluss“, sagte Amir-Abdollahian.
Er fügte hinzu, dass die afghanische Seite auch ihr Engagement für das Wasserrecht Irans betont habe und beide Seiten „vereinbart hätten, in dieser Hinsicht sofortige Maßnahmen zu ergreifen“.
„Wir werden beim Wasserrecht Irans keine Kompromisse eingehen“, so der iranische Spitzendiplomat abschließend.
Iran und Afghanistan sind in einen langwierigen Wasserstreit verwickelt, der sie daran gehindert hat, das enorme Potenzial bilateraler Handelsbeziehungen zu erkennen.
Im Mittelpunkt des Streits steht der Fluss Hirmand, der im Hindukusch-Gebirge in der Nähe von Kabul entspringt und 1.126 Kilometer südlich fließt, bevor er in die Feuchtgebiete von Hamun in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan mündet.
Die beiden Länder unterzeichneten 1973 am Hirmand-Fluss ein Wasserteilungsabkommen, in dem sich Afghanistan verpflichtete, durchschnittlich 820 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr an Iran zu liefern.
Iran hat Afghanistan wiederholt dafür kritisiert, dass es das Abkommen nicht in Wort und Geist einhält.
Was den Streit erbittert gemacht hat, ist der Bau vieler Wasserkraftprojekte am Fluss, vor allem der Staudamm Kamal Khan in der Provinz Nimrouz und der Staudamm Kajaki 160 km nordwestlich der Provinz Kandahar.
Bereits im Juli rief der iranische Präsident Ebrahim Raisi dazu auf, die Wasserrechte des Landes am Hirmand-Fluss „ernsthaft“ zu verfolgen, und wies die Außen- und Energieminister an, sich vorrangig mit dieser Angelegenheit zu befassen.