Iranische Raketensprengköpfe erreichen 2 Tonnen Gewicht + Bilder
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Pars Today – Bisher lag das maximale Gefechtskopfgewicht iranischer Raketen bei 1800 Kilogramm. Mit dem erfolgreichen Test einer neuen Rakete mit einem 2-Tonnen-Gefechtskopf hat sich jedoch die Verteidigungskraft der Islamischen Republik Iran deutlich erhöht.
(last modified 2025-06-13T16:13:01+00:00 )
Jun 12, 2025 17:46 Europe/Berlin

Pars Today – Bisher lag das maximale Gefechtskopfgewicht iranischer Raketen bei 1800 Kilogramm. Mit dem erfolgreichen Test einer neuen Rakete mit einem 2-Tonnen-Gefechtskopf hat sich jedoch die Verteidigungskraft der Islamischen Republik Iran deutlich erhöht.

„Wir haben sehr gute Fortschritte im Verteidigungsbereich gemacht, unsere operativen Einheiten sind bestens ausgerüstet. Unser letzter großer Erfolg war vor einer Woche der erfolgreiche Test einer Rakete mit einem Gefechtskopf von zwei Tonnen“, sagte der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amir Azizi Nasirzadeh, am Rande einer Kabinettssitzung.

Wie ParsToday berichtet, bedeutete dies einen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Maximum von 1800 Kilogramm – ein bedeutender Meilenstein für die Stärkung der iranischen Verteidigungskapazitäten.

Bereits am 25. Mai 2023 stellte das Verteidigungsministerium die ballistische Rakete Khorramshahr-4 mit dem Beinamen Kheibar offiziell vor – die neueste Weiterentwicklung aus der Familie der Khorramshahr-Raketen. Diese Präzisionsrakete benötigt keine Steuerung in der Endphase und ist somit schwer abfangbar.

Technische Eigenschaften der Khorramshahr-4 (Kheibar)

Die Khorramshahr-4 zählt zu den Langstreckenraketen mit einer operativen Reichweite von etwa 2000 Kilometern. Sie ist 13 Meter lang, hat einen Durchmesser von 1,5 Metern und ein Gesamtgewicht von rund 30 Tonnen. Der Gefechtskopf wiegt über 1800 Kilogramm, wobei die Geschwindigkeit innerhalb der Atmosphäre bis zu Mach 8 und außerhalb der Atmosphäre bis zu Mach 16 beträgt.

Der Gefechtskopf – etwa 4 Meter lang – gehört zu den größten und wirkungsvollsten bislang gebauten. Er kann über eine Tonne Sprengstoff transportieren. Die Rakete ist mit einem modernen „Arvand“-Triebwerk ausgestattet, das hypergolische (selbstzündende) Treibstoffe nutzt.

Zur Verbesserung taktischer Eigenschaften wurde das Triebwerk platzsparend im Treibstofftank integriert, was die Raketenlänge auf nur 13 Meter reduziert hat.

Leitsystem schaltet sich beim Wiedereintritt ab

Die Khorramshahr-4 ist hochpräzise, radarresistent, kann ihre Flugbahn anpassen und ist gegen elektronische Kriegsführung weitgehend immun. Die hohe Geschwindigkeit des Gefechtskopfes beim Einschlag macht eine Abwehr durch feindliche Systeme nahezu unmöglich.

Ein besonderes Merkmal ist das Zwischenphasen-Leitsystem: Die Rakete wird nach dem Eintritt in die Atmosphäre nicht weiter gesteuert, sodass keine externe elektronische Einflussnahme mehr möglich ist.

Im Gegensatz zu früheren Generationen wurde die Zielgenauigkeit nun in der mittleren Flugphase – also in großer Höhe außerhalb der Atmosphäre – deutlich verbessert. Auch hier wurde ein hochentwickeltes Flüssigtreibstoff-Triebwerk integriert, wobei erneut das Triebwerk im Tank untergebracht wurde, um die Gesamtlänge der Rakete zu verringern.

Kheibar: Eine Rakete – 80 Ziele

General Amir Ali Hajizadeh, Kommandeur der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der Revolutionsgarde (IRGC), sagte über die Khorramshahr-4: „Nach dem Start einer einzigen Khorramshahr-Rakete können im Zielgebiet 80 Punkte gleichzeitig getroffen werden. Wenn wir 100 dieser Raketen abfeuern, verwandeln sie sich auf feindlichem Boden in 8000 Sprengkörper, die 8000 Ziele treffen.“

Irans Raketenarsenal ist vielfältig und leistungsfähig

Die Raketenkapazität der Islamischen Republik Iran ist nicht auf ein Modell begrenzt, sondern umfasst ein breites Arsenal mit unterschiedlichen Reichweiten und Einsatzmöglichkeiten, darunter:

  • Emad (1700 km Reichweite)
  • Ghadr H (1650 km)
  • Ghadr F (1950 km)
  • Ghiyam (800 km)
  • Kheibarshekan (1450 km)
  • Haj Qasem (1400 km)
  • Sedjil (2000 km)
  • Cruise Missile Paveh (1650 km)

Diese Vielzahl an Raketen demonstriert Irans technologische Unabhängigkeit und strategische Reichweite.

Ein zentrales Element der iranischen Abschreckung ist die Raketenfähigkeit – ein Bereich, in dem Iran inzwischen zu den führenden Nationen der Welt gehört. Ergänzt wird diese Kapazität durch eine moderne Flotte unbemannter Drohnen, die über große Reichweite, lange Flugdauer und hohe Waffenlast verfügen. Sie stärken sowohl die Aufklärungs- als auch die Angriffsoptionen der iranischen Streitkräfte erheblich.

Iran – ein sicherheitspolitischer Hauptakteur in der Region

Diese Errungenschaften, zusammen mit der Entwicklung fortschrittlicher Luftabwehrsysteme, elektronischer Kriegsführung und maritimer Technologien, haben Iran zu einem der wichtigsten sicherheitspolitischen Akteure in Westasien gemacht. Sie verleihen der Islamischen Republik eine wirksame Abschreckungskraft gegen regionale wie auch überregionale Bedrohungen.

Zudem hat Iran auch im Bereich der Geheimdienste zuletzt seine Stärke eindrucksvoll demonstriert: Die beispiellose Beschaffung und Veröffentlichung hochsensibler Dokumente des zionistischen Regimes – aus den Bereichen Atomprogramm, Militär, Sicherheit und mehr – zeigt einen qualitativen Sprung des iranischen Nachrichtendienstes. Dies unterstreicht: Iran ist nicht nur militärisch, sondern auch geheimdienstlich die führende Macht der Region.