Interview mit Christoph Hörstel
Vor zwei Monaten war der Ärger im Westen gewaltig: Syriens Präsident Assad beraumte Palamentswahlen an, ohne sich um UN-Vorgaben dazu zu scheren. Er begründete das mit verfassungsmäßigen Pflichten, Russland und Iran stützen dies.
Selbstverständlich sind die Zeiten eigentlich ungeeignet für Wahlen, die syrische Regierung kontrolliert nur mehr ein Drittel ihres Territoriums - und dort halten sich vor allem Assad-Sympathisanten auf. Doch wer sich über den Wahlgang entrüstet, das sind vor allem die Staaten, die unter Einsatz fürchterlicher Terromilizen wie IS/Daesh den Krieg in Syrien 2011 vom Zaun gebrochen und dann über die Jahre hin bis zur größten Flüchtlingsbewegung nach dem II. Weltkrieg ausgeweitet haben - mit mindestens 400.000 Toten.