Interview mit Dr. Peter Schütt
Der Fastenmonat Ramadan bedeutet für die Muslime in Ländern Nordeuropas und Westeuropas, auch eine besondere Belastung, ganz besondere Herausforderung.
Rundfunk: Herr Dr. Schütt, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen, zu diesem Interview!
Schütt: Ich begrüße Sie, Ihre Hörerinnen und Hörer ebenso herzlich.
Rundfunk: Herr Dr. Schütt, wir befinden uns im Fastenmonat Ramadan. Der Begriff Ramadan hat zwei Bedeutungen: Zum einen handelt es sich um den 9. Monat des islamischen Kalenders, und zum anderen
Ist der Terminus als Fastenmonat bekannt. Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams und entsprechend von integraler Bedeutung. Ramadan ist auch der Monat der Herabsendung des heiligen Korans.
Ich bitte Sie, uns die Bedeutung dieses Monats im Islam etwas ausführlicher zu erläutern.
Schütt: Ich denke, es ist der wichtigste Monat im Jahreslauf und er bedeutet für die Muslime in Ländern Nordeuropas und Westeuropas, auch eine besondere Belastung, ganz besondere Herausforderung.
Sie wissen, die Tage sind in diesem Monat bei uns länger, deswegen ist das Fasten in der Sommerzeit, gerade jetzt, besonders anstrengend. Es ist eine harte Probe, eine harte Prüfung, aber es ist auch eine große Chance für uns Muslime, um zu zeigen, in der Öffentlichkeit.
In Hamburg haben wir am 03. Tag d Ramadan-Pavillon und da präsentierten wir den muslimischen und nicht-muslimischen Mitbürgern unser kulturelles Angebot, unsere Alternativen, unsere Glaubensvorstellung. Es kommt sehr, sehr gut an. Wir haben Zelten aufgestellt. Wir laden dann um 10:Uhr Abend zum Fastenbrechen ein. Und die Leute begegnen uns mit einer besonderen Freundlichkeit. Gerade in diesen Zeiten ist das wichtig. Wir laden jedes Mal die Flüchtlinge ein, es kommt eine ganze Menge Flüchtlinge und sie spüren während des Fastens, während des Iftar-Angebots etwas wie ein neues Zuhause, eine Geborgenheit in der fremden Welt.
Rundfunk: Warum ist der Beginn des Fastenmonats von Land zu Land unterschiedlich?
Schütt: Das ist eine komplizierte Frage. Es richtet sich nach der Mondsichel. Das ist immer eine komplizierte Frage, über die wir uns, Muslime, zumindest in diesem Land, jedes Jahr uns neu den Kopf zerbrechen. Es ist ebenso kompliziert, wie das Ende des Fastenmonats.
Heute habe ich mich daran gewöhnt. Früher, als ich mich erst dem Islam genähert habe, habe ich immer den Kopf geschüttelt. Heute gehört das, denke ich, zum Ritual dazu. Es macht spannend. Es auch der Ausdruck unserer Verbundenheit mit der Natur, dass wir und sozusagen nach der Weltzeit nur Gottes richten und nicht nach dem bürgerlichen Kalender.
Rundfunk: Warum wird gefastet?
Schütt: Ich denke, Fasten ist im Grunde eine Form der Besinnung. Es gibt vielfältige Gründe. Für mich ist es wichtig, zu wissen, dass wir in einem reichen Land leben, in dem die wenigen Menschen hungern müssen. Es gibt zwar Armut bei uns, aber es ist auch ein Fest der Solidarität, der Verbundenheit mit denen, die nicht satt zu essen haben.
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Das vollständige Interview können Sie im Audio hören.
Geführt von: Seyed-Hedayatollah Shahrokny