Jul 19, 2016 16:00 CET

„Im Irak haben wir eine Besserung der Situation, auf der einen Seite. Wir haben viele Probleme, auf der anderen Seite“.

Pars Today: Herr Prof. Steinbach, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Steinbach: Ein herzlicher Gruß nach Teheran!

Pars Today: Herr Prof. Steinbach, die Sicherheitslage im Irak verschlechtert sich zunehmen. Fast täglich gibt es Anschläge. Das ist das eine. Auf der anderen Seite beobachten wir, dass die irakische Armee im Kampf gegen den Terrorismus relativ erfolgreich gewesen ist. Wie würden Sie die Lage beschreiben?

Steinbach: Naja, das haben Sie schon richtig angesprochen. Die Situation ist extrem schwierig noch immer, aber der Ministerpräsident, al-Abadi, hat ja schwieriges Erbe gehabt, von seinem Vorgängern, al-Maleki. Abadi versucht nun, sozusagen, da ein bisschen aufzuräumen, das ist sehr, sehr schwierig: Auf der  einen Seite haben wir den schiitischen Konfessionalismus, eine Tastatur, auf der Herr al-Maleki  gespielt hat. Abadi hat das klar angesprochen, als er neulich in Berlin war, dass er hier wieder – sozusagen- das Bewusstsein von Bürgern schaffen möchte, nicht eine Differenz von Schiiten und  Sunniten, sondern einen irakischen Bürger. Das ist das eine. Das andere ist der Zustand der irakischen Armee. Der war beklagenswert. Die Leute sind von dem „Islamischen Staat“ davon gelaufen. Das ist eine gewaltige Aufgabe, hier die Qualität  der Armee zu verändern. Das erklärt auch, warum die Fortschritte, die militärischen Fortschritte, nicht in den Himmel wachsen. Man hat jetzt al-Ramadi, und  Falludscha erobert. Aber die große Aufgabe steht noch bevor, nämlich in Mosul. Dafür scheint die irakische Armee einfach nicht in der Lage zu sein. Das ganze Problem, das alles überlagert, sind die wirtschaftliche Situation, die Korruption im Lande. Herr Abadi ist angetreten, Korruption zu überwinden.  Da sind nur kleine Fortschritte gelungen. Muktada Sadr, da haben wir erlebt, vor wenigen Wochen, wie er einige Male in die „Grüne Zone“ eingebrochen ist. Das ist aber ein gewaltiges Potenzial der Opposition und des Widerstandes. Kurzum: Im Irak haben wir eine Besserung der Situation, auf der einen Seite. Wir haben viele Probleme, auf der anderen Seite. Natürlich in dieser Situation haben  terroristische Organisationen, wie der „Islamische Staat“ noch immer Spielräume, um das zu tun, was wir in den letzten Tagen erlebt haben.

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Das Interview in voller Läne im Audio.

 

Das nterview wurde geführt von. Seyed Hedayatollah Shahrokny

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