Interview mit Christoph Hörstel
Ankara lässt mit tausenden Sicherheitskräften die strategische türkisch-amerikanische Luftwaffenbasis hermetisch abriegeln. Alle Militärschulen des Landes sind geschlossen, der Geheimdienst wird vom neuen Premier Yildirim geführt.
Die Grenzen zu Syrien waren schon zuvor geschlossen. IS muss sich nach neuen Lieferanten umsehen. Moskau profitiert, hält sich jedoch mit Freudengeschrei klug zurück. Kurz: Es ist ein Zeitenwechsel, in dem die Türkei jetzt steht. Erdogan sieht sich der Gefahr weiterer Putschversuche ausgesetzt und kämpft womöglich auch um sein persönliches Überleben. Die Lage ist ernst - und jeder Staat, jede Regierung, die erwägt, Washington den erwarteten Gehorsam zu verweigern, sollte jetzt aufmerksam verfolgen, wie es in der Türkei weitergeht.