May 28, 2019 10:38 CET

Patt in Syrien: Die Provinzen Nord-Hama und Idlib kommen nicht zur Ruhe, auch weil die Türkei das Sochi-Abkommen nicht komplett einhält.

Ankara steht vielfältig unter Druck: militärisch, finanziell, wirtschaftlich, laviert zwischen Moskau und Washington, die Wiederholung der strategischen Bürgermeisterwahl von Istanbul am 23. Juni bremst zusätzlich. Die USA unterstützen weiterhin die Vorbereitung einer PKK-nahen Staatsgründung an der südtürkischen Grenze, gestützt auf Kampfgruppen der YPG und politisch durch die PYD. Das bedroht die Einheit des syrische Staatsgebietes, die zu bewahren alle Beteiligten versprochen hatten. Jedoch die westliche Seite hält sich nicht daran - und Ankara spielt in Afrin und Idlib offensichtlich auf Zeit, während die Durchdringung mit türkischer Verwaltung fortschreitet. Israel tut ohnedies alles, um Syrien zu unterminieren und dessen Freunde zu entzweien, ständig auch mit Waffengewalt, während es die Palästinenser ständig blutig unterdrückt. Jüngstes Alarmsignal ist die erlogene Anklage, Damaskus habe in der Provinz Idlib Giftgas eingesetzt. Die Glaubwürdigkeit der OPCW selbst ist bereits aus der Vergangenheit schwer beschädigt, der erfundene Giftgaseinsatz von Douma brachte eindeutige Untersuchungsergebnisse, die auf versuchte Beweisfälschung schließen ließen - und dann im Schlussbericht der OPCW verschwiegen wurden. Über Hintergründe, Lage und Aussichten sprach Syed Hedayatollah Schahrokny mit dem Bundesvorsitzenden der Neuen Mitte, Christoph Hörstel.