IKRK fordert Wiederaufnahme der Hilfen für Afghanistan
Genf (Press TV) - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, IKRK, hat die Geberländer in der Welt aufgefordert, die Hilfslieferungen an Afghanistan wieder aufzunehmen, da das vom Krieg verwüstete Land nach mehr als zwei Jahrzehnten amerikanischer Besatzung mit einer "unerträglichen" humanitären Situation kämpfe.
Der Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Robert Mardini machte diese Bitte am Montag, nachdem die Geberländer die Finanzierung als Reaktion auf den US-Truppenabzug aus Afghanistan und den Machtantritt der Taliban im letzten Jahr abrupt eingestellt hatten, wodurch das Land mit zunehmender Armut, Dürre und Unterernährung zu kämpfen hatte.
"Humanitäre Organisationen allein können die öffentlichen Institutionen eines Landes mit 40 Millionen Einwohnern nicht ersetzen", sagte Mardini. "Unsere Kernbotschaft ist, die Staaten und Entwicklungsorganisationen aufzufordern, wirklich nach Afghanistan zurückzukehren und ihre Unterstützung für die Afghanen fortzusetzen, die bereits heute in einer unerträglichen Situation leben".
Der IKRK-Generaldirektor ergänzte, dass die wirtschaftliche Lage in Afghanistan so schlecht sei, dass viele Stadtbewohner ihre persönlichen Gegenstände auf der Straße verkauften und in Brotschlangen bettelten, um zu überleben.
Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Geberländer dem Aufruf zur Wiederaufnahme der Hilfen nicht folgten, sagte Mardini:
"Dies ist ein Rezept zum Scheitern; für mehr Spannungen unter den Gemeinschaften; und nach unserer Erfahrung ist es auch ein Rezept für mehr Konflikte", sagte er.
Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan haben die USA und ihre Verbündeten ihre Finanzhilfen für dieses Land eingestellt.
Außerdem hat die US-Regierung seit dem Abzug der Besatzertruppen nahezu 9,5 Milliarden Dollar an Vermögenswerten der afghanischen Zentralbank eingefroren.
Auch der Internationale Währungsfonds, IWF, und die Weltbank haben ihre Aktivitäten in Afghanistan eingestellt und Hilfsgelder sowie 340 Millionen Dollar an neuen Reserven, die vom IWF ausgegeben wurden, einbehalten.