Bericht: Französischer Ölriese TotalEnergies an großflächiger Umweltverschmutzung im Jemen beteiligt
Paris/Sanaa - Ein kürzlich veröffentlichter Bericht hat die Beteiligung des französischen Ölgiganten TotalEnergies SE an der großflächigen Verschmutzung der jemenitischen Umwelt aufgedeckt. Das Unternehmen verschüttete Tausende von Tonnen giftiger Chemikalien in die Gewässer rund um die Gebiete, in denen es in der verarmten und von Konflikten heimgesuchten arabischen Nation tätig ist.
Laut dem französischen Wochenmagazin L'Obs ist TotalEnergies vor zwanzig Jahren bei der Arbeit in einem Ölbecken im Osten des Jemen keiner seiner Verpflichtungen nachgekommen und ist vollständig verantwortlich für eine Reihe von Umweltverschmutzungen, die die Umwelt des Jemen und den Gesundheitszustand Tausender einfacher Zivilisten beeinträchtigt haben.
Der Bericht deckte auf, dass der französische Ölgigant Flüsse sowie Grundwasserreservoirs verschmutzte und die Ausbreitung schwerer Krankheiten unter der lokalen Bevölkerung verursachte.
Das Unternehmen meldete keine Lecks und Verschüttungen von Chemikalien und verstieß offenkundig gegen Umweltgesetze im Jemen.
L'Obs stellte fest, dass sein Korrespondent das betroffene Gebiet besuchte, Dutzende exklusiver Dokumente überprüfte und sich sogar mit mehreren jemenitischen Amtsträgern traf, während das Nachrichtenmagazin den Fall gründlich untersuchte.
Die Untersuchung deckte die Verschüttung von Millionen Litern giftigen Materials, die Anwendung minderwertiger Betriebstechniken, die Verunreinigung des größten Grundwasserreservoirs des Landes und das Nicht-Recycling von Giftmüll auf.
L'Obs beschrieb die Situation in der betroffenen Region als äußerst erschreckend und argumentierte, dass das Auslaufen von Chemikalien und die daraus resultierende Umweltverschmutzung schädliche Auswirkungen auf das Land, die Tiere und die Menschen vor Ort gehabt hätten.
Es betonte weiter, dass solche Maßnahmen zu einem erheblichen Anstieg der Krebsraten in der Region, zum Verschwinden von Honigbienen und Zugvögeln, zur Verseuchung produktiver landwirtschaftlicher Flächen und zu deren Umwandlung in unfruchtbare Regionen geführt hätten.
Das französische Nachrichtenmagazin bezeichnete den Fall als den größten Umweltskandal in der Geschichte des Jemen und betonte, dass die von TotalEnergies gebauten Anlagen nicht den geltenden internationalen Standards entsprechen.