Israelischer Angriff auf Konvoi des Roten Kreuzes
Gaza (Al Alam/Press TV/ParsToday) - Der Palästinensische Rote Halbmond gab am frühen Mittwoch bekannt, dass die israelischen Militärs einen Konvoi des Roten Kreuzes mit medizinischen Hilfsgütern in Gaza-Stadt angegriffen hätten.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz - IKRK - bestätigte, dass ein Konvoi dieser Organisation mit medizinischen Hilfsgütern in der Stadt Gaza unter Beschuss geraten sei.
Wie das IKRK weiter mitteilte, wurden am Dienstag 2 der 5 Lastwagen des Konvois beschädigt und ein Fahrer leicht verletzt. Der Transport sei unter anderem zum Al-Quds-Krankenhaus des Palästinensischen Roten Halbmondes unterwegs gewesen.
"Unter diesen Umständen können humanitäre Helfer nicht arbeiten", erklärte IKRK-Vertreter William Schomburg.
IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric Egger sagte am Dienstag: "Die Zivilbevölkerung in Gaza wird gezwungen enormes Leid und Verluste zu ertragen. Das muss aufhören. “
Die Präsidentin des IKRK äußerte sich in einer Erklärung nach dem israelischen Angriff auf einen Konvoi mit medizinischen Hilfsgütern auf dem Weg zu Gesundheitseinrichtungen in Gaza sowie die massive Zerstörung der zivilen Infrastruktur aufgrund der über einen Monat dauernden israelischen Bombardierungen, besorgt über die humanitäre Lage in diesem Gebiet.
Frau Spoljaric Egger forderte einen sicheren und dauerhaften humanitären Zugang für den gesamten Gazastreifen sowie die Wiederherstellung wichtiger Dienste wie Gesundheitsversorgung, Wasser und Elektrizität.
„Massive Bombardierungen zerstören die zivile Infrastruktur im gesamten Gazastreifen und säen die Saat der Not für kommende Generationen“, heißt es in der Erklärung des IKRK weiter.
Die IKRK-Präsidentin hob hervor, dass sie besonders schockiert gewesen sei, das Leid zu sehen, das die Kinder ertragen müssten, und sagte: „Kinder wurden ihren Familien entrissen und als Geiseln gehalten. In Gaza behandeln IKRK-Chirurgen Kleinkinder, deren Haut durch große Verbrennungen verkohlt ist“.
„Die Bilder von leidenden, verwundeten und toten Kindern werden uns alle verfolgen, das ist ein moralisches Versagen“, fügte sie hinzu.
Auch die Regionalsprecherin des IKRK im Nahen und Mittleren Osten, Imene Trabelsi, sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die humanitäre Lage für die Bevölkerung im Gaza-Streifen von Tag zu Tag verschlechtere. Die bisher eingetroffenen Lieferungen im abgeriegelten Küstengebiet seien nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, betonte sie. Für die Hunderttausenden geflohenen Familien sei die Situation besonders schlimm, da die Notunterkünfte überfüllt seien.
"Viele sind gezwungen, auf offenen Flächen, auf der Straße, zu schlafen", so Trabelsi. Ihnen fehlten Dinge wie Decken oder Babynahrung. Tausende suchten Zuflucht in Krankenhäusern, "was den Druck auf den Gesundheitssektor noch weiter erhöht", so die IKRK-Sprecherin.
Dass es weiterhin an Treibstoff mangele, um Generatoren für die Stromversorgung zu betreiben, sei ein weiteres Problem. "Wenn es keinen Strom gibt, funktioniert auch der Gesundheitssektor nicht, und das ist der Alptraum", hob Imene Trabelsi hervor.