Ist das Bündnis zwischen den USA und der Ukraine am Ende?
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Ist das Bündnis zwischen den USA und der Ukraine am Ende?
ParsToday – Ein Jahr nach der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus hat sich die US-Politik gegenüber dem Ukraine-Krieg ruhig, aber entschieden verändert. Dieser Kurswechsel hat das strategische Bündnis zwischen Washington und Kiew in eine neue Phase des schrittweisen Rückzugs geführt und die Zukunft der Zusammenarbeit in Ungewissheit versetzt.
Die Außenpolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr zeigt, dass die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine – seit 2022 eine tragende Säule der westlichen Strategie im Konflikt mit Russland – inzwischen in eine Phase des allmählichen Rückzugs eingetreten sind. Dieser Prozess vollzieht sich nicht abrupt, sondern durch eine Reihe leiser, aufeinanderfolgender Entscheidungen.
Wie ParsToday berichtet, schreibt die US-amerikanische Zeitung New York Times in einem Beitrag, dass sich ein Jahr nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber dem Ukraine-Krieg so verändert habe, dass sich die Natur der Zusammenarbeit zwischen Washington und Kiew schrittweise, aber nachhaltig gewandelt habe.
Dem Bericht zufolge befindet sich das seit 2022 als strategisch entscheidend definierte Bündnis mit der Ukraine nun in einer Phase des Rückzugs – nicht ausgelöst durch einen plötzlichen Bruch, sondern durch eine Abfolge kleiner, kontinuierlicher Entscheidungen, die in ihrer Gesamtheit die Position der Ukraine geschwächt haben. Die Zeitung schreibt, Trump habe den Ukraine-Krieg zu Beginn als den am leichtesten lösbaren Konflikt bezeichnet und argumentiert, er könne nicht durch unbegrenzte US-Unterstützung, sondern durch eine transaktionsorientierte Diplomatie beendet werden. Nach einem Jahr habe dieser Ansatz weder zu einem entscheidenden Durchbruch noch zu einem nachhaltigen Frieden geführt, sondern vielmehr zu einer schrittweisen Erosion von Vertrauen und strategischer Abstimmung zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine.
Laut dem Bericht erfolgte die Kursänderung der US-Politik ruhig und ohne großes öffentliches Aufsehen. Die militärische Unterstützung wurde zwar fortgesetzt, jedoch mit zunehmenden Unterbrechungen und wachsender Unsicherheit. Die diplomatischen Kontakte nahmen zu, gleichzeitig erhöhte Washington jedoch den Druck auf Kiew, die Beendigung des Krieges zur Priorität zu machen.
Die New York Times ergänzt, dass Washington die Ukraine hinter den Kulissen zunehmend nicht mehr als einen Partner betrachtete, dessen Fortbestand strategisch unverzichtbar sei, sondern vielmehr als ein Verhandlungsinstrument im Rahmen eines umfassenderen Versuchs, die Beziehungen zu Russland neu zu justieren.
Während der Gespräche im März 2025 in Saudi-Arabien über den Ukraine-Krieg erklärte die ukrainische Delegation erstmals ihre Bereitschaft, auf Teile des Staatsgebiets zu verzichten – ein Schritt, der als direkte Folge des Drucks Washingtons und der vorübergehenden Aussetzung militärischer Hilfe gilt. Gleichzeitig verfolgte Trump einen klar transaktionalen Ansatz und bezeichnete Russland als eine „unbesiegbare“ Macht. Diese vorsichtige Haltung führte dazu, dass kaum ernsthafter Druck auf Moskau ausgeübt wurde, während die Ukraine zu mehr „Realismus“ in Fragen territorialer Zugeständnisse und Sicherheitsgarantien aufgefordert wurde.
Fazit
Diese Entwicklungen zeigen, dass das Bündnis zwischen den USA und der Ukraine keine stabile und garantierte Partnerschaft mehr ist, sondern sich zu einer bedingten, auf Gegenseitigkeit und Verhandlung beruhenden Zusammenarbeit gewandelt hat – eine Situation, die das politische und sicherheitspolitische Überleben der Ukraine zunehmend von der Handhabung dieser unsicheren Beziehung abhängig macht.