Warum ist überall dort destabilisiert, wo die USA eintreten?
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ParsToday– Es ist nicht möglich, die US-Außenpolitik zu verstehen, ohne die Rolle Washingtons bei militärischen Interventionen in den letzten Jahrzehnten zu berücksichtigen.
(last modified 2026-02-10T10:44:51+00:00 )
Jan 20, 2026 07:19 Europe/Berlin
  • US-Soldaten patrouillieren in der Nähe syrischer Ölfelder in der Provinz Hasaka
    US-Soldaten patrouillieren in der Nähe syrischer Ölfelder in der Provinz Hasaka

ParsToday– Es ist nicht möglich, die US-Außenpolitik zu verstehen, ohne die Rolle Washingtons bei militärischen Interventionen in den letzten Jahrzehnten zu berücksichtigen.

Laut ParsToday unter Berufung auf Nachrichtenagentur IRNA ist von Vietnam bis zu Afghanistan und von Libyen bis zum Jemen die zeitgenössische Geschichte voll von US-Militärpräsenz in verschiedenen Ländern. Obwohl Washington stets „nationale Sicherheit“, „Terrorbekämpfung“ und „Verbreitung der Demokratie“ als offizielle Gründe für seine militärische Präsenz anführt, zeigen historische Analysen, dass diese Interventionen oft darauf abzielten, Energieressourcen zu plündern, geopolitische Routen zu kontrollieren und Konkurrenten einzudämmen. Das Ergebnis war in vielen Fällen nicht Stabilität, sondern tiefere Krisen und anhaltende Instabilität.

Venezuela

In Venezuela wurde der US-Druck auf die Regierung von Nicolás Maduro mit Behauptungen wie der Bekämpfung des Drogenhandels und Korruption gerechtfertigt, doch in Wirklichkeit waren die riesigen Ölreserven des Landes Washingtons Hauptmotivation für die Intervention. Die verdeckte Operation, die zur Verhaftung von Maduro und seiner Frau führte, ebnete effektiv den Weg für direkte US-Kontrolle auf die venezolanische Ölindustrie und demonstrierte damit, dass der Wettbewerb um Energie ein ständiger Schwerpunkt der US-Außenpolitik in Lateinamerika bleibt.

US-Angriff auf Venezuela mit dem Ziel, die Kontrolle über die Ölressourcen zu erlangen

Der Irak

Der US-Einmarsch in den Irak im Jahr 2003 verdeutlicht die Differenz zwischen den erklärten Zielen der USA und ihren tatsächlichen Zielen. Die Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, konnte nie bewiesen werden, doch die Folgen des Krieges waren deutlich spürbar. Die Militäroperation kostete mehr als 270 Milliarden US-Dollar und führte zu einem Rückgang der irakischen Ölexporte um etwa 50 Prozent. Während des Krieges und in der Nachkriegszeit verloren mehr als 250.000 Menschen ihr Leben, und die lebenswichtige Infrastruktur des Irak wurde schwer beschädigt. Letztlich ebneten das Machtvakuum und die politischen Unruhen, anstatt eine „nachhaltige Demokratie“ hervorzubringen, den Weg für die Entstehung der IS-Terrormiliz.

Der US-Angriff auf den Irak mit dem Ziel, Öl zu plündern

Afghanistan

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 marschierten die USA unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung in Afghanistan ein. Während des Krieges wurden mehr als 230.000 Menschen getötet und über 211 Milliarden US-Dollar für Militäroperationen und Wiederaufbau ausgegeben. Dieser Erosionsprozess führte schließlich am 30. August 2021 zum vollständigen Abzug der US-Truppen; ein Abzug, der aufgrund des raschen Zusammenbruchs der Regierung in Kabul zu einer der chaotischsten Szenen in der Geschichte der US-Interventionen im Ausland wurde. Nur wenige Tage nach diesem Rückzug ergriffen die Taliban erneut die Macht in Kabul und machten damit alle Errungenschaften von zwei Jahrzehnten amerikanischer Militärpräsenz zunichte.

Der US-Angriff auf Afghanistan und seine schmerzhaften Folgen

Vietnam

Der Vietnamkrieg, der von 1954 bis 1975 dauerte, gilt als eine der bedeutendsten Niederlagen in der Geschichte des US-Interventionismus. Die Präsenz von über 500.000 Soldaten in Südvietnam konnte den Sieg der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (Viet Cong) und ihrer Unterstützer nicht verhindern. Dieser Krieg verursachte nicht nur hohe menschliche und wirtschaftliche Kosten für die USA, sondern führte auch zum ersten ernsthaften Riss im US-Bild als Supermacht und verringerte das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik des Weißen Hauses sowohl innerhalb als auch außerhalb der Vereinigten Staaten.

Die US-Invasion in Vietnam

Libyen, Syrien und der Jemen

In Libyen begann die Intervention der NATO und der USA im Jahr 2011 unter dem Motto der Verteidigung der Menschenrechte, das Ergebnis war jedoch der Zusammenbruch der Regierungsstrukturen und ein Rückgang der Ölexporte um 70 Prozent. Statt Stabilität wurde das Land zum Schlachtfeld für den Wettbewerb zwischen ausländischen Akteuren und die Ausbreitung des Terrorismus.

US-Intervention in Libyen und der Beginn des Chaos im Land

In Syrien hat die offene und verdeckte Unterstützung der USA für einige Terrorgruppen seit 2013 das Land faktisch in ein geopolitisches Schlachtfeld regionaler und globaler Mächte verwandelt. Zu den Folgen dieser Intervention zählen die Zerstörung der Infrastruktur, die Vertreibung von mehr als fünf Millionen Menschen und der Aufstieg des IS.

Im Jemen hat die US-Unterstützung für die arabische Koalition seit 2015 das Land in eine der schwersten humanitären Krisen weltweit gestürzt. Während des Krieges wurden rund 90 Prozent der Infrastruktur zerstört, und die Arbeitslosen- und Armutsraten stiegen rapide an.

Fazit

Eine Überprüfung dieser Fälle zeigt, dass die militärische Intervention der USA eher zur Herstellung der Instabilität, zur Zerstörung von Infrastruktur und zur Verbreitung der Gewalt geführt hat, als zur globalen Sicherheit beizutragen.