Lawrow: BRICS entwickelt sich zu globalem Dach für Konvergenz in Eurasien, Afrika und Lateinamerika
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Der russische Außenminister Sergey Lawrow
Moskau (ParsToday) – Der russische Außenminister hat erklärt, die BRICS-Gruppe entwickle sich zunehmend zu einer globalen Struktur zur Koordinierung von Entwicklungsinitiativen auf drei Kontinenten.
Wie ParsToday unter Berufung auf den Fernsehsender TV BRICS berichtet, betonte Sergey Lawrow in einem Exklusivinterview, BRICS gehe längst über ein regionales Bündnis hinaus und sei zu einem Dach für Konvergenz und Entwicklung in Eurasien, Afrika und Lateinamerika geworden.
Nach seinen Worten vereint die Gruppe nicht nur Staaten Eurasiens, sondern auch eine wachsende Zahl von Ländern Lateinamerikas und des afrikanischen Kontinents. Dieser Prozess der Mitgliedschaft und Kooperation werde sich fortsetzen. Als Grund für das internationale Interesse nannte Lawrow die Entstehung neuer Zentren wirtschaftlichen Wachstums, finanzieller Stärke und politischen Einflusses, die die globale Struktur grundlegend veränderten.
Wirtschaftliche Stärke von BRICS und Reformbedarf bestehender Institutionen
Mit Blick auf Wirtschaftsdaten erklärte Lawrow, das Bruttoinlandsprodukt der BRICS-Mitgliedstaaten auf Basis der Kaufkraftparität liege inzwischen deutlich über dem der G7 (Group of Seven).
Institutionen wie der International Monetary Fund und die Weltbank spiegelten seiner Ansicht nach nicht mehr die tatsächlichen Kräfteverhältnisse der Weltwirtschaft wider. Daher sei die Schaffung neuer Strukturen unausweichlich.
„Seit Jahren fordern wir Reformen dieser Institutionen, damit die BRICS-Staaten – als die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften und bedeutende Handelsmächte – eine Stimme und Rechte erhalten, die ihrem realen Gewicht in der Weltwirtschaft und im Welthandel entsprechen“, so der russische Außenminister.
Neue Finanzarchitektur von BRICS: Von nationalen Währungen bis zur Entwicklungsbank
Laut Lawrow arbeiten die BRICS-Staaten aktiv an der Entwicklung alternativer Finanzinstrumente zur Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dazu zählten unter anderem alternative Zahlungsplattformen, Abrechnungsmechanismen in nationalen Währungen, Rückversicherungsinstrumente für den Handel innerhalb der Gruppe und mit Partnern, die Einrichtung einer Getreidebörse sowie eine neue Investitionsplattform.
Ziel sei der Aufbau einer robusten Finanzarchitektur, die „gegen illegale Maßnahmen unverwundbar“ sei.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die von BRICS gegründete New Development Bank (NDB). In den zehn Jahren ihres Bestehens habe die Bank rund 120 Projekte im Gesamtwert von 39 Milliarden US-Dollar genehmigt.
Die Mittel flossen unter anderem in Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr, saubere Energie, Wasserversorgung und soziale Programme in Ländern des Globalen Südens. Genannt wurden etwa die Finanzierung eines Verkehrskorridors in Indien, der Bau eines LNG-Terminals sowie Metro-Linien in China.
Zudem würden Initiativen wie die Einrichtung eines Clearingzentrums, der Ausbau von Abrechnungssystemen in nationalen Währungen und sogar die mögliche Einführung einer einheitlichen BRICS-Währung geprüft, erklärte Lawrow.