Warum entfernen sich US-Verbündete von Washinton?
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ParsToday– Der kanadische Premierminister sagte, dass die enge Beziehung seines Landes zu den USA, die einst ein Vorteil war, heute zu einer „Schwachstelle“ geworden sei und korrigiert werden müsse.
(last modified 2026-04-21T05:56:57+00:00 )
Apr 21, 2026 07:55 Europe/Berlin
  • Der kanadische Premierminister Mark Carney
    Der kanadische Premierminister Mark Carney

ParsToday– Der kanadische Premierminister sagte, dass die enge Beziehung seines Landes zu den USA, die einst ein Vorteil war, heute zu einer „Schwachstelle“ geworden sei und korrigiert werden müsse.

Mark Carney betonte dies vor allem aus wirtschaftlicher und handelspolitischer Sicht. Er sagte: „Die USA haben ihren Ansatz im Handel grundlegend geändert und Zölle auf ein Niveau angehoben, das zuletzt während der Weltwirtschaftskrise zu beobachten war.“ Der Premierminister Kanadas fügte hinzu: „Viele unserer früheren Stärken, die auf der engen Beziehung zu den USA basierten, haben sich nun zu Schwächen entwickelt – Schwächen, die wir beseitigen müssen.“ Carney erklärte, er werde seine Bemühungen auf die Diversifizierung der wirtschaftlichen Beziehungen konzentrieren.

Die Rückkehr Trumps ins Weiße Haus im Januar 2025 begann mit einer ablehnenden Haltung gegenüber Kanada. Trump bezeichnete Kanada in verschiedenen Aussagen nach seinem Amtsantritt erneut als den „51. Bundesstaat der USA“ und sprach wiederholt vom kanadischen Premierminister als Gouverneur.

Die USA sind Kanadas größter Handelspartner. Die Wirtschaft beider Länder ist durch tausende Kilometer gemeinsame Grenze eng verflochten. Trump hat Kanada nicht nur gedemütigt, sondern auch mehrmals die Zölle auf aus Kanada importierte Waren erhöht. Diese Zollerhöhungen belasteten insbesondere große und schwere Industrien wie die Stahlindustrie stark.

Carney versuchte als Reaktion auf diese Bedrohungen und Maßnahmen der USA, die Beziehungen zu China, Europa und anderen globalen Wirtschaftszentren zu stärken.

Kanada ist weder der erste noch der letzte Verbündete der USA, der seine politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen überdenkt. Die einseitige Haltung der USA im Ukraine-Krieg und der Versuch, den Krieg ohne Berücksichtigung der Wünsche der ukrainischen Regierung, der Bevölkerung und der europäischen Staaten zu beenden, hat zu tiefen Rissen unter den transatlantischen Verbündeten geführt. Trump hatte versprochen, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden zu beenden. Nun ist über ein Jahr seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus vergangen, und es gibt immer noch keine Aussicht auf ein Ende des Krieges.

Auch Europas Verbündete sehen die NATO nicht mehr als verlässliches Sicherheitsbündnis an. Gleichzeitig verfügen die europäischen Staaten nicht über die Kapazität, die Infrastruktur und den Konsens, um ein eigenes europäisches Sicherheitsbündnis zu bilden. Sie möchten parallel zur NATO eine europäische militärische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit aufbauen. Diese Politik könnte jedoch die NATO schwächen.

Trumps Politik und seine Positionen haben jedoch zu Spannungen mit Kanada und Europa geführt. Der Erhalt und die Stärkung von Allianzen folgen auch bestimmten Regeln. Werden diese Regeln missachtet, ist eine Schwächung oder der Zerfall der Allianzen die logische Folge. Dies wurde beim US- und israelischen Angriff auf die Islamische Republik Iran und dem auferlegten 40-tägigen Krieg deutlich.

Iran reagierte auf die Drohungen der USA und Israels, indem er den Konflikt regional ausweitete. Infolge dieses unerwarteten und für Trump und Netanjahu überraschenden Vorgehens wurden US-Stützpunkte vom besetzten Gebiet über die Anrainerstaaten des Persischen Golfes bis zum Irak und Jordanien von iranischen Raketen und Drohnen angegriffen. Zahlreiche Finanz-, Industrie- und Militärzentren dieser Länder wurden als Reaktion auf israelische und US-Angriffe auf Infrastruktur und Industrie in Iran getroffen. Das bisherige Wachstum und die Entwicklung dieser Länder brachen zusammen.

US-Stützpunkte sollten die Sicherheit dieser Länder gewährleisten, dienten aber in der Praxis als Schutzschild für US-Soldaten und Israel. Um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten, wurden sie in Hotels in Städten verlegt, doch auch diese wurden Ziel von Angriffen.

Abdullah Khaleq Abdullah, ehemaliger Berater von Mohammed bin Zayed Al Nahyan, warnte auf X vor der Importabhängigkeit der arabischen Staaten und erklärte: „Die Vereinigten Arabischen Emirate brauchen die USA nicht mehr für ihre Verteidigung.“ Er fügte hinzu: „Was die Emirate brauchen, sind die besten und neuesten US-Waffen. Es ist daher Zeit, über die Schließung der US-Stützpunkte nachzudenken, da sie eher eine Last als ein strategischer Vorteil sind.“

Europäische Länder und Kanada lehnten eine Beteiligung am Krieg gegen Iran ab und erklärten klar, dass dies nicht ihr Krieg sei. Die globalen Folgen des Angriffs auf Iran und die Reaktion von US-Verbündeten in der NATO und in Westasien deuten nicht nur auf einen Niedergang der USA hin, sondern auch auf der Reduzierung des westlichen Einflusses und den Aufstieg Irans zu regionaler und globaler Macht.