Warum ist der US-Sicherheitsschirm gescheitert?
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Gemeinsame Sitzung des US-Außenministers und der Außenminister des Golfkooperationsrates (GCC)
ParsToday- Das iranische Außenministerium hat die Inhalte der gemeinsamen Erklärung des US-Außenministers und der Außenminister des Golfkooperationsrates (GCC) vom 25. Juni 2026 als einmischend, unverantwortlich und provokativ bezeichnet.
In der Erklärung des iranischen Außenministeriums wird unter Hinweis auf die Rolle der USA und einiger Staaten der Region bei der jüngsten militärischen Aggression gegen Iran betont, dass eine dauerhafte Sicherheit in Westasien ausschließlich durch die Zusammenarbeit der Staaten der Region und ohne Einmischung außerregionaler Mächte gewährleistet werden könne.
Die Reaktion Irans auf die gemeinsame Erklärung der Außenminister des Golfkooperationsrates und der USA stellt eine grundlegende Kritik an deren Inhalt dar und skizziert zugleich eine neue regionale Sicherheitsordnung nach der militärischen Aggression der USA und des israelischen Regimes gegen Iran. In der Erklärung werden sämtliche zentralen Punkte der gemeinsamen Erklärung kritisch hinterfragt: von der militärischen Präsenz der USA und den Behauptungen über das friedliche iranische Atomprogramm bis hin zum iranischen Raketenprogramm, der Straße von Hormus, den Widerstandsbewegungen und dem Konzept der regionalen Sicherheit.
Der wichtigste Schwerpunkt der iranischen Reaktion richtet sich gegen die Behauptung der USA, sie würden die Sicherheit der arabischen Staaten am Persischen Golf gewährleisten. Unter Verweis auf den jüngsten Krieg erklärte die Islamische Republik Iran, dass die US-Militärstützpunkte keinen Beitrag zur Sicherheit geleistet hätten, sondern vielmehr als Ausgangsbasen für militärische Angriffe gegen Iran genutzt worden seien. Dies entspricht der seit Jahren vertretenen Auffassung Teherans, wonach die militärische Präsenz außerregionaler Mächte die Hauptursache für die Unsicherheit und Instabilität in Westasien darstellt und die Sicherheit der Region von den Staaten der Region selbst – und nicht durch ausländische Streitkräfte – gewährleistet werden muss.
Die militärische Aggression der USA gegen Iran und die regionale Reaktion Irans darauf haben die Unwirksamkeit des Modells der sogenannten „importierten Sicherheit“ deutlich gemacht. Einige arabische Staaten haben ihre Sicherheit in den vergangenen Jahrzehnten eng an den militärischen Schutzschirm der USA gebunden. Die jüngsten Kriegserfahrungen haben jedoch gezeigt, dass diese Abhängigkeit militärische Konflikte nicht verhindern kann, sondern vielmehr dazu führt, dass das Territorium, die Militärstützpunkte und die Infrastruktur dieser Staaten Teil der Kriegsmaschinerie der USA und des israelischen Regimes werden. Anstatt Abschreckung und Sicherheit zu gewährleisten, verwandelte dieses Sicherheitsmodell sie faktisch in einen Teil des Konflikts.
Genau auf diesen Punkt weist das iranische Außenministerium hin. Es betont die Verantwortung der Staaten der Region, die Nutzung ihres Territoriums und ihrer Einrichtungen durch Drittstaaten für militärische Aggressionen zu verhindern. Teheran ist der Ansicht, dass sich einige arabische Staaten, anstatt eine eigenständige Rolle bei der Gewährleistung der regionalen Sicherheit zu übernehmen, faktisch zu einem strategischen Schutzschild der USA entwickelt haben. Dieses Schutzschild dient nach iranischer Auffassung weniger der Sicherheit der arabischen Völker als vielmehr den geopolitischen Interessen Washingtons.
Die Erfahrungen der jüngsten militärischen Aggression gegen Iran haben gezeigt, dass jedes Land, dessen Hoheitsgebiet, Luftraum, Häfen oder Militärstützpunkte für Operationen ausländischer Mächte genutzt werden, früher oder später einen Teil der Kosten einer solchen Krise selbst tragen muss. Vor diesem Hintergrund ist die Warnung des iranischen Außenministeriums als Aufforderung an die arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfs zu verstehen, ihre Sicherheitsstrategie, die in den vergangenen Jahrzehnten nahezu vollständig auf die USA ausgerichtet war, grundlegend zu überdenken.
Ein weiterer Schwerpunkt der iranischen Reaktion war der Versuch, die Debatte über das iranische Atomprogramm neu auszurichten. Während die USA und der Golfkooperationsrat ihre bekannten Vorwürfe hinsichtlich des iranischen Atom-, Raketen- und Drohnenprogramms erneuerten, bezeichnete Teheran diese Anschuldigungen als Fortsetzung eines Projekts der „Iranophobie“. Gleichzeitig brachte Iran erneut den Vorschlag einer kernwaffenfreien Zone in Westasien ins Spiel. Mit dieser Position will Iran die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit vom eigenen friedlichen Atomprogramm auf das Atomwaffenarsenal des israelischen Regimes lenken, das sich jeder internationalen Kontrolle entzieht.
Auch im Bereich der Verteidigung fiel die Antwort Irans eindeutig aus. So erklärte das Außenministerium, dass die Raketen- und Drohnenfähigkeiten der Islamischen Republik Iran weder Gegenstand von Verhandlungen noch von Kompromissen seien. Der jüngste Krieg habe gezeigt, dass die nationale Verteidigungsfähigkeit der wichtigste Faktor war, um eine Ausweitung der Aggression zu verhindern und den Angreifern erhebliche Kosten aufzuerlegen, so die Auffassung Teherans. Jede Forderung nach einer Einschränkung dieser Fähigkeiten würde einer Schwächung der nationalen Sicherheit gleichkommen.
Darüber hinaus wies Iran die Formulierungen der gemeinsamen Erklärung hinsichtlich des palästinensischen und libanesischen Widerstands entschieden zurück. Das iranische Außenministerium verwarf die Bezeichnung der Widerstandsgruppen als „iranische Stellvertreter“ und erklärte, die einzige tatsächliche Stellvertretermacht in der Region sei das israelische Regime. Dieses setze seine Besatzungspolitik und militärischen Aggressionen mit politischer, militärischer und finanzieller Unterstützung der USA fort. Aus Sicht Teherans ist der Widerstand der Völker Palästinas und des Libanon gegen die Besatzung ein legitimes Recht und steht im Einklang mit den Grundsätzen des Völkerrechts sowie dem Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Auch hinsichtlich der Straße von Hormus vertrat die Islamische Republik Iran eine andere Sichtweise. Entgegen der US-Forderung nach uneingeschränkter Freiheit der Schifffahrt machte Teheran die USA, das israelische Regime sowie jene Staaten, die sich an der militärischen Aggression beteiligt hatten, für die jüngsten Sicherheitsprobleme verantwortlich. Zudem betonte Iran, dass die Verwaltung dieser strategisch bedeutenden Wasserstraße auf der Grundlage der im Waffenstillstandsabkommen erzielten Vereinbarungen und unter Mitwirkung der Anrainerstaaten des Persischen Golfs erfolgen werde – und nicht nach den Vorgaben außerregionaler Mächte.
Die Reaktion des iranischen Außenministeriums auf die gemeinsame Erklärung des Golfkooperationsrates und der USA stellt eine grundlegende Kritik an zwei unterschiedlichen Sicherheitskonzepten für Westasien dar. Ein Ansatz will Sicherheit durch Militärbündnisse, die Präsenz ausländischer Streitkräfte und die Abhängigkeit von den USA gewährleisten. Auf der anderen Seite steht ein Konzept, das auf kollektive Sicherheit, regionale Zusammenarbeit und den Ausschluss ausländischer Einmischung setzt.
Die Erfahrungen mit dem von den USA und dem israelischen Regime gegen Iran geführten Krieg haben deutlich gemacht, dass ein auf externe Schutzmächte gestütztes Sicherheitsmodell keine nachhaltige Sicherheit schafft. Vielmehr werden die Gastgeberstaaten zu strategischen Schutzschilden ausländischer Mächte und zu einem Teil des Konflikts.
Vor diesem Hintergrund besteht die zentrale Botschaft der Erklärung des iranischen Außenministeriums darin, die arabischen Staaten zu einer Neubewertung ihrer sicherheitspolitischen Kalkulationen aufzurufen und den Weg zu einer regionalen Ordnung einzuschlagen, die auf gemeinsamer Verantwortung, gutnachbarschaftlichen Beziehungen und Unabhängigkeit von außerregionalen Mächten beruht.