Saudischer Kronprinz trifft UN-Generalsekretär: Fortsetzung der Geld-Diplomatie
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Der saudische Kronprinz Mohammad Bin Salman ist am 27. März 2018 mit dem UN-Generalsekretär António Guterres zusammengetroffen.
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Mrz 29, 2018 06:15 Europe/Berlin
  • Saudischer Kronprinz trifft UN-Generalsekretär: Fortsetzung der Geld-Diplomatie

Der saudische Kronprinz Mohammad Bin Salman ist am 27. März 2018 mit dem UN-Generalsekretär António Guterres zusammengetroffen.

Das Treffen wurde während des Besuchs von Salman in den USA durchgeführt. Er war am 20. März zu einem zweiwöchigen Besuch in Washington eingetroffen. Das Treffen zwischen Salman und Guterres beinhaltete einige wichtige Punkte.

Erstens, 73 Jahre nach Gründung der UNO ist diese Organisation immer noch nicht unabhängig. Die UNO wurde in den 40er Jahren im vergangenen Jahrhundert im Einklang mit der Ideologie des institutionellen Liberalismus gegründet. Nach dieser Theorie führt der Institutionalismus in den internationalen Beziehungen zum Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Ländern sowie zur Reduzierung der Gewalt auf der Weltebene. Im Gegensatz zu dieser Ansicht waren die Neu-Realisten der Meinung, dass das globale System eine Ebene der Machtpolitik sei und der Institutionalismus, wie die Gründung der UNO, ein Instrument für die Mächte werde, um ihre Ziele zu erreichen, anstatt die Gewalt zu reduzieren. So hat der UN-Generalsekretär im Gegenzug zu der saudischen Finanzhilfe in der Höhe von einer Milliarde Dollar die Verbrechen Saudi-Arabiens im Jemen nicht erwähnt und schwieg dazu. 

Zweitens, Saudi-Arabien verfolgt weiterhin die Geld-Diplomatie, um seine Verbrechen zu verdecken. Obwohl Saudi-Arabien keine einflussreiche Macht bei der UNO darstellt, versucht das Land aber, mit der Geld-Diplomatie die Maßnahmen dieser Organisation zu beeinflussen. Laut dem jüngsten Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF haben mehr als zwei Millionen jemenitische Kinder keinen Zugang zur Ausbildung und mehr als 2.5 Millionen Schulen in dem Land sind nicht mehr nutzbar. Kinder sind die Hauptopfer des saudischen Krieges im Jemen. Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten teilte zu Beginn des 4. Jahres der saudischen Angriffe auf den Jemen mit, dass rund 80 Prozent der Infrastruktur im Land zerstört sei und mehr als eine Million Jemeniten an Cholera erkrankten. Mohammad Bin Salman hat eine Milliarde Dollar für die Jemeniten bereitgestellt, obwohl die heutige katastrophale Lage im Jemen  auf die saudi-arabische Politik zurückzuführen ist. 

Während António Guterres davor mehrmals betonte hatte, dass der Jemen mit der schlimmsten humanitären Krise in den letzten Jahrzehnten konfrontiert sei, bezeichnete er nun diese geringe Hilfe Saudi-Arabiens als eine humanitäre Aktion. Dieser klare Widerspruch zeigt vor allem die schwindende Neutralität der UNO, die sowohl durch finanzielle Probleme, als auch wegen des Einflusses der westlichen Mächte auf diese Organisation verursacht wurde. Die USA und Großbritannien sind die Hauptunterstützer Saudi-Arabiens im Kampf gegen den Jemen und haben zugleich einen großen Einfluss auf die UNO. 

Guterres hat im Gegenzug zur saudischen Finanzhilfe am gestrigen Mittwoch auf die Verurteilung der Verbrechen Saudi-Arabiens im Jemen verzichtet, während der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sogar den Namen "Saudi-Arabien" von der Liste der Kinderrechtsverletzer gestrichen und saudische Dollar dafür angenommen hatte.