Auch Dänemark stoppt Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien
Kopenhagen (ParsToday/Sputnik News) - Wegen der Ermordung des saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi im Konsult des Landes in Istanbul hat auch Dänemark alle Exporte von Waffen und Militärausrüstung nach Saudi-Arabien ausgesetzt.
Die Entscheidung sei in Absprache mit anderen EU-Staaten getroffen worden, teilte der dänische Außenminister Anders Samuelsen am Donnerstag mit.
Die Aussetzung der Exporte betrifft den Angaben zufolge auch sogenannte Dual-use-Güter, die sowohl im zivilen Bereich als auch militärisch genutzt werden können.
Zuvor hatte der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Berlin beim Stopp der Rüstungslieferungen an Riad zu folgen. Auch hatte die deutsche Bundesregierung Einreisesperren für 18 saudische Staatsangehörige angeordnet, die möglicherweise in den Fall Khashoggi verwickelt sind.
Darüber hinaus verurteilte das EU-Parlament in einer Erklärung die saudisch-emiratischen Angriffe auf den Jemen, die vor vier Jahren begonnen hatten und sprach sich für einen Stopp der Waffenverkäufe an Saudi-Arabien aus.
Die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland gehören zu den wichtigsten Waffenlieferanten Saudi-Arabien. Riad setzt diese Militärausrüstung und Waffen im Kampf gegen den Jemen ein. Dabei wurden bisher mehr als 80 Prozent der Infrastruktur in diesem Land zerstört und zehntausende Jemeniten getötet und verletzt.
Der regimekritische Journalist Jamal Khashoggi ist seit seinem Besuch im saudischen Konsulat in Istanbul am 2. Oktober 2018 verschwunden. Das saudische Regime hat erst nach 18 Tagen und aufgrund des zunehmenden internationalen Drucks zugegeben, dass Khashoggi im Konsulat ermordet wurde.