Berlin verweigert Moskau konsularischen Zugang zu Oppositionspolitiker Nawalny
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Berlin (ParsToday/PressTV) - Deutschland hat einen Antrag der russischen Botschaft in Berlin auf konsularischen Zugang zur russischen Oppositionsperson Alexei Nawalny abgelehnt.
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Oct 04, 2020 11:33 Europe/Berlin
  • Berlin verweigert Moskau konsularischen Zugang zu Oppositionspolitiker Nawalny

Berlin (ParsToday/PressTV) - Deutschland hat einen Antrag der russischen Botschaft in Berlin auf konsularischen Zugang zur russischen Oppositionsperson Alexei Nawalny abgelehnt.

"Es gibt keine Antworten auf die Fragen, die die russische Seite im politischen Dialog oder auf diplomatischem Wege gestellt hat. Die russische Botschaft in Berlin hat vom deutschen Außenministerium eine Absage erhalten, Unterstützung bei der Gewährung eines konsularischen Zugangs zu Nawalny zu erhalten", so das russische Außenministerium am Samstag.

Der 44-jährige Nawalny kam Anfang letzten Monats aus dem Koma, nachdem er am 20. August auf einem russischen Inlandsflug erkrankt war. Später wurde er zur Behandlung nach Berlin gebracht. Ärzte des Berliner Charite-Krankenhauses gaben an, Nawalny sei mit Novichok, einem international verbotenen Nervengift, vergiftet worden. Bisher wurden jedoch keine Beweise vorgelegt.

Moskau hat jegliche Beteiligung an einem Angriff auf den Oppositionspolitiker bestritten. Russische Ärzte, die Nawalny untersucht hatten, als er zum ersten Mal im Land ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sagten, sie hätten keine Spur von Gift in seinem Blut gefunden.

Leonid Rink vom russischen staatlichen Forschungsinstitut für organische Chemie und Technologie sagte, wenn Nawvalny mit dem tödlichen Gift aus der Sowjetzeit "vergiftet" worden wäre, wäre er gestorben, bevor er das Flugzeug erreicht hätte.

Nawalny und seine Anhänger behaupten jedoch weiterhin, er sei das Ziel eines Attentats auf direkten Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin gewesen. Der Kreml sagte, die Behauptungen seien äußerst beleidigend und inakzeptabel. 

Deutschland hat Proben von Nawalny an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag geschickt, um weitere Tests in ihren Labors durchzuführen.

Deutschland strebt EU-Sanktionen gegen Russland an 

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte am Samstag, Berlin erwarte von der EU weitere Wirtschaftssanktionen gegen Moskau, falls die Tests eine Vergiftung bestätigen sollten. 

„Wenn das Ergebnis der deutschen, schwedischen und französischen Laboratorien bestätigt wird, wird die EU eine klare Antwort geben. Da bin ich mir sicher“, sagte Maas.

Der Fall hat Berlin unter Druck gesetzt, das fast abgeschlossene Nord Stream 2-Pipeline-Projekt einzustellen, das russisches Gas direkt nach Deutschland transferieren wird.

Maas wies dies jedoch zurück. Er sagte, dass mehr als 100 europäische Unternehmen aus mehreren Ländern an dem Projekt beteiligt seien, von denen die Hälfte deutsche Firmen sind. "So viele europäische Arbeiter würden unter einem Einfrieren der Bauarbeiten leiden."