Russland gegen Stationierung von US-Soldaten in Zentralasien
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Moskau (Press TV/ParsToday) - Russland hat gemeldete US-Pläne für die Entsendung von amerikanischen Soldaten nach Zentralasien nach dem Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan und der Machtübernahme der Taliban in diesem Land kritisiert.
(last modified 2026-05-02T09:12:40+00:00 )
Aug 25, 2021 09:33 Europe/Berlin
  • Russland gegen Stationierung von US-Soldaten in Zentralasien

Moskau (Press TV/ParsToday) - Russland hat gemeldete US-Pläne für die Entsendung von amerikanischen Soldaten nach Zentralasien nach dem Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan und der Machtübernahme der Taliban in diesem Land kritisiert.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Dienstag, Moskau wolle keine US-Truppen in den zentralasiatischen Ländern und südlich der russischen Grenze sehen, da dies die Region zu einem Ziel militanter Angriffe machen würde.

"Zuallererst hat Russland mit diesen Ländern ein Abkommen unterzeichnet, das alle Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (CSTO) verpflichtet, der Stationierung ausländischer Truppen auf dem Territorium eines Mitgliedstaats zuzustimmen", sagte Lawrow bei einem Besuch in Ungarn unter Hinweis auf ein zwischenstaatliches Militärbündnis in Eurasien, das aus mehreren postsowjetischen Staaten besteht.

"Zweitens würden diese Länder sich durch den Einsatz amerikanischer Soldaten, deren erklärtes Ziel es ist, Afghanistan im Fadenkreuz zu halten, sofort selbst zum Ziel von Angriffen machen", fügte er hinzu.

Lawrow sagte, er bezweifle, ob eines der Länder in der Region bereit sei, „den USA bei der Erfüllung ihrer Initiativen zu helfen“.

"Wenn Sie glauben, dass irgendein Land in Zentralasien oder anderswo daran interessiert ist, ein Ziel zu werden, damit die Amerikaner ihre Initiativen verwirklichen können, bezweifle ich wirklich, dass das jemand braucht", betonte Lawrow.

Lawrow sagte auch, die USA versuchten, "mehrere" zentralasiatische Länder davon zu überzeugen, jene Afghanen vorübergehend aufzunehmen, die früher mit amerikanischen Streitkräften in dem jetzt von den Taliban kontrollierten Land zusammengearbeitet hatten.

Zuvor berichtete Wall Street Journal über die Möglichkeit der Entsendung von US-Truppen nach Zentralasien.

Nach der Übernahme Afghanistans durch die Taliban sind nach Angaben der afghanischen Botschaft in Taschkent rund 1.500 Afghanen ins benachbarte Usbekistan eingereist und leben in Zelten nahe der Grenze.

Die USA und die  NATO marschierten 2001 unter dem Vorwand die Taliban von der Macht zu verdrängen, in Afghanistan ein, welche die al-Qaida Terroristen beherbergen, die zuvor die Anschläge vom 11 September in den USA verübt haben sollen. Die Invasion entmachtete die Taliban zwar, verschlechterte aber die Sicherheitslage im Land.

Die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung und Verantwortungsträger ist der Ansicht, dass die Militärpräsenz der USA in Afghanistan keine Ergebnisse hatte, außer dass tausende Zivilisten getötet und die Infrastruktur Afghanistans zerstört wurde sowie der Drogenanbau und -handel zugenommen haben.