Kanadische Regierung: Eine Entschuldigung des Papsts bei Ureinwohnern reicht nicht aus
Quebec (ParsToday) - Angesichts der schlimmen Taten der Verantwortlichen der Katholischen Würdenträger reicht nach Meinung der kanadischen Regierung eine Entschuldigung des Oberhaupts der katholischen Kirche nicht aus.
Wie die Washington Post heute berichtete, halte die kanadische Regierung die Entschuldigung von Papst Franziskus an die Ureinwohner des Landes nicht für ausreichend. Papst Franziskus hat in einer Rede am Mittwoch die Ureinwohner Kanadas um Vergebung für die einst von Kirchenvertretern begangenen Vergehen an indigenen Kindern gebeten. Mitglieder der katholischen Kirche und der Ordensgemeinschaften hätten an "Projekten der kulturellen Zerstörung und der erzwungenen Assimilierung" der Ureinwohner teilgenommen, so Franziskus weiter.
Das katholische Kirchenoberhaupt sprach in Quebec vom System der Internate, das vielen indigenen Familien geschadet und ihre Sprache, Kultur und Weltanschauung gefährdet habe. Franziskus kam mit der Entschuldigung einer Forderung Trudeaus nach.
Ab den 1880er Jahren wurden in Kanada über Jahrzehnte hinweg geschätzt rund 150 000 indigene Kinder ihren Familien entrissen und in kirchliche Heime – sogenannte Residential Schools geschickt. Ziel dieser Vorgehendweise war, die Kinder dazu zu zwingen, sich an die weiße Mehrheitsgesellschaft anzupassen. In den Schulen erlebten viele Kinder Gewalt, sexuellen Missbrauch, Hunger und Krankheiten. Hunderte kamen nie wieder nach Hause. Die letzten kirchengeführten Internate schlossen 1996.